Walter Beuttler

Das Auge des Geiers #2 – Ein geheimer Ort, den der Geier nicht finden kann

Nachdem der erste Teil dieser Serie den Titel noch nicht erklärt hat, möchte ich das jetzt tun. Wie kommt diese Serie zu ihrem Titel? Den Titel habe ich mir nicht ausgedacht, er stammt aus der Bibel. Hiob berichtet von einem geheimen Platz und von dem Weg/Pfad zu diesem geheimen Ort. Er berichtet über diesen Ort, dass dort sogar das Gold noch weiter gereinigt, bzw. geläutert wird.

Denn für Silber gibt es einen Fundort und einen Platz, wo das Gold geläutert wird ~ Hiob 28:1

Das hebräische Wort, welches hier für “Platz” gebraucht wird, heißt “maqom” (Strong Nr. H4725) und hat neben der wörtlichen Übersetzung mit “Platz, Örtlichkeit” auch die Übersetzung “Zustand oder Verfassung des Körpers oder des Verstandes” gemäß Strong’s Wörterbuch.

מקמה מקומה מקם מקום
mâqôm mâqôm me qômâh me qômâh
(1,2) maw-kome’, (3,4) mek-o-mah’
From H6965; properly a standing, that is, a spot; but used widely of a locality (generally or specifically); also (figuratively) of a condition (of body or mind)

Man kann sich natürlich mit der wörtlichen Übersetzung dieser Stelle zufrieden geben, man kann sagen, Hiob redet in diesem Kapitel vom Bergbau, aber erstens macht das im Kontext überhaupt keinen Sinn und zweitens ist die Bibel mit geistlichen Augen und Ohren des Herzens geistlich zu verstehen. Paulus erklärt dies im 1. Korintherbrief:

Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist aus Gott, so daß wir wissen können, was uns von Gott gegeben ist; und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich beurteilen. Der seelische Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht verstehen, weil es geistlich beurteilt werden muß. ~ 1. Kor 2:12-14

Dazu gibt es noch viel mehr Verse in der Bibel, einige Aussagen dazu sogar direkt von Jesus, aber wer diese Verse nicht glaubt, der kann genauso gut hier aufhören zu lesen. Ich werde diese Aussagen Hiobs geistlich beurteilen. Die geistliche Bedeutung ist, dass es einen geheimen Platz gibt, wo Silber gefunden wird und wo selbst Gold – eines der reinsten Metalle – noch reiner geläutert wird. Wer sich in der Bibel auskennt, der weiß, was dieser geheime Ort ist. Kolosser 3:3 beschreibt diesen Ort, wo wir “verborgen mit Christus in Gott” sind. Offenbarung 3:12 beschreibt ebenfalls diesen Ort (als eine Belohnung für die Überwinder) und noch sehr viele andere Stellen in der Bibel. Es ist der Ort der ständigen manifesten Gegenwart Gottes, einen Platz, den nur sehr wenige Heilige gekannt haben (über einige davon berichte ich auf diesem Blog, z.B. Ed Miller, Frank Laubach oder Walter Beuttler, es gibt aber auch andere wie Madame Guyon oder Bruder Lorenz).

In Vers 7 wird der Weg zu diesem geheimen Ort und es gibt deshalb nur wenige Personen, die diesen Ort erreicht haben, weil es ein “wenig gegangener Weg” ist, wie auch der Name dieses Blogs “The Road Less Traveled” andeutet. Hiob sagt:

Ein Pfad, den der Raubvogel nicht kennt, und den das Auge des Geiers nicht erblickt hat ~ Hiob 28:7

Der Weg zu diesem Ort kann von einem Raubvogel und von einem Geier nicht gefunden werden. Ein Raubvogel symbolisiert eine Person, die sich auf andere Personen, auf ihre Beute stürzt und ein Geier ist ein Vogel, der sich von Aas, von totem Fleisch, ernährt. Eine Person, die diese Eigenschaften aufweist, wird noch nicht einmal den Weg zu diesem Ort finden. Die Geier zeichnen sich unter anderem auch durch einen besonders scharfen Blick aus, mit dem sie schon von weitem das Aas, das Tote, sehen können.

Menschen, die voller Kritik sind, haben genau diese Eigenschaften. Sie stürzen sich auf ihre Beute wie ein Raubvogel und schreiben Bücher, Hefte oder Internetartikel gegen ihre Beute, in denen sie Gerüchte und Lügen verbreiten, mit denen diese Leute “getötet” werden. Im hebräischen Kontext schließt der Begriff Mord auch immer “Mord mit der Zunge” ein, auch dazu gibt viele Bibelstellen, die ich aus Platzgründen nicht anführe. Die Pharisäer waren solche “Raubvögel”, denn es steht geschrieben, dass sie Jesus auflauerten (Mk 3:2, Lk 6:7, Lk 11:54, Lk 14:1) um Fehler (ihre Beute, das Aas) zu finden.

Viele Pharisäer tun dies heute noch, im Namen der Apologetik und sie sehen sich berufen, das Volk Gottes vor allem Falschen zu warnen. Sie haben die scharfen Augen eines Geiers, mit denen sie schon von weitem jedes falsche Komma und jeden Fehler bemerken. Jesus und Paulus haben auch auf die Fehler hingewiesen, aber Jesus ist für seine Feinde gestorben und sein Herz war voller Mitleid. Paulus sagt von sich selbst, dass er keine Kompromisse gemacht hat, getadelt, zurechtgewiesen hat und gleichzeitig “wie eine stillende Mutter war”:

Denn unsere Ermahnung war nicht aus Betrug, noch aus Unreinigkeit, noch mit List; sondern so, wie wir von Gott bewährt worden sind, mit dem Evangelium betraut zu werden, also reden wir, nicht um Menschen zu gefallen, sondern Gott, der unsere Herzen prüft. Denn niemals sind wir mit einschmeichelnder Rede umgegangen, wie ihr wisset, noch mit einem Vorwande für Habsucht, Gott ist Zeuge; noch suchten wir Ehre von Menschen, weder von euch, noch von anderen, wiewohl wir als Christi Apostel euch zur Last sein konnten; sondern wir sind in eurer Mitte zart gewesen, wie eine stillende Mutter ihre eigenen Kinder pflegt. ~ 1. Thess 2:4-7

Jeder, der andere ermahnt, der auf Fehler, auf Irrlehren aufweist und nicht dieses sanfte, zarte Herz einer stillenden Mutter hat, jeder der ein hartes Herz hat, der ist ein Raubvogel und ein Geier und hat keine echte geistliche Autorität zu Ermahnen und zum Zurechtweisen. Ich lehre hier nicht, dass man nicht ermahnen soll, aber ich lehre, dass man die richtige Herzenshaltung haben muss.

Wenn man das Auge eines Geiers hat, das nur nach Fehlern sucht, dann hat man das Herz eines Pharisäers, der Jesus auflauert. So eine Herzenshaltung ist niemals richtig und man merkt bei solchen Leuten sofort, dass sie nicht in der manifesten Gegenwart Gottes leben. Sehr oft wissen diese Leute noch nicht einmal, was das ist.

Die Geier der alten Welt haben sehr oft parasitäre Verhaltensweisen entwickelt, sobald ein Geier etwas Aas entdeckte, kamen sofort auch andere Geier hinzu. Dies Verhalten zeigt sich auch bei Menschen, die ein kritisches Herz und eine negative Herzenshaltung haben. Sie lieben es, Gerüchte über die Sünden der anderen zu hören und freuen sich und fühlen sich bestätigt, wenn ein Dienst oder ein Mann Gottes gefallen ist. Anstatt dass sie eine priestlicher Gesinnung zeigen, Mitleid haben und für ihn beten “Verschone dein Volk”, fühlen sie sich in ihrer Geier-Haltung bestätigt und ernähren sich von den gefundenen Fehlern:

Die Priester, die Diener Jahwes, sollen weinen zwischen der Halle und dem Altar und sprechen: Verschone dein Volk, Jahwe, und gib nicht dein Erbteil der Schmähung hin, daß sie den Nationen zur Spottrede seien! Warum soll man unter den Völkern sagen: Wo ist ihr Gott? ~ Joel 2:17

Solche Geier haben keine Tränen für die Fehler anderer Christen, sie können nicht über den Zustand des Volkes Gottes um Gnade bitten. Tief in ihrem Herzen fordern sie Gericht von Gott, über alle, die nicht mit ihrer Theologie übereinstimmen. Johannes schreibt über diese Geier ein hartes Urteil:

Wir wissen, daß wir aus dem Tode in das Leben übergegangen sind, weil wir die Brüder lieben; wer den Bruder nicht liebt, bleibt in dem Tode. Jeder, der seinen Bruder haßt, ist ein Menschenmörder, und ihr wisset, daß kein Menschenmörder ewiges Leben in sich bleibend hat. ~ 1Jn 3:14-15

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Walter Beuttler – The Manifest Presence of God (Buchempfehlung)

Auf der Webseite von Wade Taylor, der ein Freund von Walter Beuttler war, existiert ein Buch von Walter Beuttler über die manifeste Gegenwart Gottes (The Manifest Presence Of God). Das Buch ist frei erhältlich, in englischer Sprache und sehr sehr sehr empfehlenswert, für alle Christen, die Gott besser kennenlernen möchten. Ich kann das Buch nur weiterempfehlen, ich kenne kein besseres Buch über dieses Thema. Ein paar Kostproben:

Walter Beuttler on the Road Less Travelled

“And he said to Him, If Your presence go not with me, carry us not up from here. For wherein shall it be known here that I and Your people have found grace in Your sight? is it not in that You go with us? so shall we be separated, I and Your people, from all the people that are upon the face of the earth.” (Exodus 33:12-16)

Übersetzt: Wenn dein Angesicht nicht mitgeht, so führe uns nicht hinauf von hinnen. Und woran soll es denn erkannt werden, daß ich Gnade gefunden habe in deinen Augen, ich und dein Volk? Nicht daran, daß du mit uns gehst und wir ausgesondert werden, ich und dein Volk, aus jedem Volke, das auf dem Erdboden ist?

Mose sagt, dass das Volk durch Gottes Gegenwart “ausgesondert” wird. In anderen Worten, das Erkennungsmerkmal, dass Israel als Volk Gottes kennzeichnete und von den anderen Nationen unterschied, war Gottes Gegenwart – sichtbar in der Wolke und der Feuersäule.

Wenn wir “Christen” nicht Gottes Gegenwart haben, wenn uns Gottes Gegenwart nicht “absondert” und “unterscheidet”, dann ist alles andere wertlos. Egal wie wir unsere Versammlungen organisieren, was wir machen, wie wir unsere Versammlungen abhalten, wie “streng” oder wie “liberal” wir sind. All das spielt keine Rolle mehr. Das was uns absondert, ist Gottes Gegenwart in unserer Mitte. Ohne die wollte Mose nicht weiterziehen – es machte für ihn keinen Sinn ohne Gottes Gegenwart. Den Link zu diesem Buch gibts auf meiner Lesetipp-Seite.

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Walter Beuttler – Gottes Gegenwart verstehen

Walter Beuttler hatte den Spitznamen “Apostel der Gegenwart” und war langezeit ein Bibelschullehrer am Eastern Bible College und VFCC. Beuttler hatte wie kein anderer Mensch die Bibel wörtlich genommen, Verse wie “Der Vater und ich werden kommen und sich euch offenbaren” waren für ihn konkrete Erfahrungen. Er hatte oft wie David schreibt “des Nachts auf den Herrn gewartet” und auf seinen Glauben hin kam der Herr ihn dann auch nachts besuchen. Er kannte die Gegenwart Gottes wie kaum ein anderer seiner Zeit. Hier ein kurzer Beitrag von ihm (gefunden bei Jerry Hyde Ministries): Continue reading →

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Walter Beuttler – Der Apostel der Gegenwart

Walter Beuttler war ein Deutscher, der nach Amerika auswanderte und dort Bibelschullehrer wurde. Was ihn aber von anderen Predigern und Lehrern seiner Zeit unterschied, war seine Beziehung zu Jesus. Beuttler hatte so eine enge Beziehung zu Jesus wie nur ganz wenige Menschen auf der Erde. Von Mose steht geschrieben, dass Gott “von Angesicht zu Angesicht” mit ihm redete – Beuttler kommt dem nahe, zumindest näher als die meisten anderen Männer Gottes. Wenn man seine Predigten liest, dann lernt man, die Bibel als lebendiges Wort Gottes ernst und vor allem wörtlich zu nehmen.

Er wurde nicht umsonst “Apostel der Gegenwart” Gottes genannt, die Themen, über die er am häufigsten sprach waren Gottes Gegenwart und Gottes Stimme hören. Vor allem über Gottes Gegenwart habe ich von Beuttler mehr gelernt, als von allen anderen. Es gibt eine Seite im Netz, wo sehr viele von Beuttlers Predigten als PDF’s veröffentlicht sind. Ich kann diese nur wärmstens empfehlen. Jeder, der über eine echte Beziehung zu Jesus etwas lernen will, sollte sich diese herunterladen oder ausdrucken:

+ Cherubim Network / Sermons of Walter Beuttler

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