Richten

Das Auge des Geiers #4 – Mensch ärgere Dich nicht!

Diese radikale Lehre gegen Kritik und Richten/Verurteilen ist für uns Menschen nicht angenehm. Bevor ich aber mit dem vierten Kapitel beginne, möchte ich noch eine Erklärung voranstellen:

Ich bin nicht gegen Ermahnen. Ich bin nicht gegen Disziplinierung oder Gemeindezucht. Im Gegenteil, in meinem Amt als Ältester habe ich vor allem in den letzten Monaten sehr oft ermahnt und diszipliniert und den Menschen sehr direkt Wahrheiten gesagt, die sie nicht hören wollten. Ermahnen, disziplinieren und andere “unangenehme Aspekte” des christlichen Lebens sind nicht dasselbe wie Kritik und Richten. Ich schreibe hier gegen Kritik und Richten. Ich bin für Ermahnen und gegen Kritik. Im dritten Kapitel erkläre ich am Ende den Unterschied zwischen Ermahnen und Richten.

Jetzt kommt ein weiterer zentraler Aspekt des Richtens und Kritisierens, wir finden dazu einige Warnungen in den Psalmen:

Erzürne (ärgere) dich nicht über die Bösen, und ereifere dich nicht über die Übeltäter! Denn sie werden schnell verdorren wie das Gras und verwelken wie das grüne Kraut. ~ Psalm 37:1-2

Halte still dem Herrn und warte auf ihn. Erzürne (ärgere) dich nicht über den, dessen Weg gelingt, über den Mann, der Arglist übt. Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; Ärgere dich nicht, es entsteht nur Böses daraus! Denn die Übeltäter werden ausgerottet ~ Psalm 37:7-9

In diesen Versen steht sehr deutlich, dass wir uns nicht ärgern sollen. Weder über den “Gottlosen” (die biblische Definition eines “Gottlosen” ist jemand, der behauptet, ein Christ zu sein, der vorgibt, Gottes Gebote zu befolgen, dessen Leben und Alltag aber das Gegenteil beweist, siehe Psalm 50:16-21), noch über den Übeltäter, auch nicht über jemanden der absichtlich Menschen verführt.

Die meisten Christen, die sich berufen fühlen, im Namen der “richtigen Lehre” auf Fehler hinzuweisen, ärgern sich über die “Gottlosen”, aber laue Christen oder über Verführer. Gott sagt, wir sollen uns nicht über diese Menschen ärgern, denn daraus entsteht nur Böses! Das ist radikal! Selbst wenn wir uns über böse und verführte Menschen ärgern, entsteht Böses – und zwar zuerst in unserem Herzen, später wird es dann auch über unsere Lippen kommen, denn aus der Fülle des Herzens redet der Mund und wir werden das Gericht Gottes auf uns ziehen.

Wenn wir uns über solche Menschen ärgern, dann ist das ein Zeichen, dass wir voller Kritik sind und es ist auch ein Zeichen, dass wir keinen Glauben haben. Wir glauben nicht an die Verheißungen Gottes, dass er sich um diese Menschen persönlich kümmern wird und sie aus dem Weg schaffen wird. Wir wollen sie gerne selber aus dem Weg schaffen, in dem wir möglichst viel Schlechtes über sie erzählen. Aber dadurch entsteht nur Böses, sagt das Wort Gottes. Jeder, der dem Wort Gottes nicht glaubt, versündigt sich. Wenn wir Menschen sehen, die sich über andere Menschen ärgern, dann können wir uns sicher sein, dass sie die Menschen, über die sie sich ärgern, zuvor gerichtet und kritisiert haben. In Römerbrief sagt Paulus, was passieren wird, wenn wir richten:

Darum hast Du keine Entschuldigung, o Mensch, wer du auch seist, wenn Du richtest! Denn worin Du den anderen richtest, verdammst du dich selbst, denn Du, der Du richtest, tust dasselbe! ~ Römer 2:1

Egal ob du ein Diener Gottes bist, ein alter oder junger Christ, du hast keine Entschuldigung vor Gott wenn Du richtest! Du verdammst dich selber, wenn Du in deinem Herzen einen anderen Menschen richtest und früher oder später wirst Du dieselbe Sünde tun. Vielleicht nicht sichtbar, aber in deinem Herzen auf jeden Fall. Du hast keine Entschuldigung vor Gott, wenn Du richtest. Alle deine guten Absichten (“Aber ich wollte ja nur warnen,…” usw) gelten dann nicht mehr. Du hast keine Entschuldigung, wenn du richtest.

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Das Auge des Geiers #3 – Den Herrn vor Augen oder den Teufel vor Augen haben

Update: Am Ende dieser Predigt erkläre ich den Unterschied zwischen Ermahnen und Verurteilen/Richten. Der Anfang wird vielen, die diese Serie mitlesen bekannt vorkommen, aber am Ende kommen neue Aspekte, neben dem Unterschied zwischen Ermahnen und Richten erkläre ich auch, was Kritik und Richten mit der Hure Babylon zu tun hat. Wer Ohren hat, usw…

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Das Auge des Geiers #1 – Kritik, Richten und verwandte negative Herzenshaltungen

Lektion 1 – Woran erkenne ich, ob ich ein Problem mit Kritik und negativen Herzenshaltungen im allgemeinen habe?

Ich habe den Herrn allezeit vor Augen ~ Psalm 16:8

Ich habe entweder Gott und sein Wirken vor Augen oder ich habe den Teufel und sein Wirken vor Augen. Wenn ich ständig sehe, was falsch läuft, dann sehe ich nicht Gott, seine Herrlichkeit und sein Werk, sondern ich sehe den Teufel, seine Herrlichkeit und sein Werk. Wenn ich in allem Gott und sein Werk erkennen kann, dann habe ich den Herrn allezeit vor Augen.

Selig sind die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen ~ Matthäus 5:8

Wenn ich ein reines Herz habe, dann werde ich Gott in allem sehen und ich fokussiere mich nicht auf das, was der Teufel tut. Sehe ich dagegen das, was der Teufel tut und habe den Teufel vor Augen, dann habe ich kein reines Herz. Wenn ich ständig sehe, wo Christen versagen, wo der Teufel einen Sieg hat und jemanden überwindet, dann ist das der Beweis dafür, dass ich kein reines Herz habe.

Wenn wir kein reines Herz haben, dann sehen wir ständig, wo Dinge falsch laufen. Dies ist kein Zeichen von Geistlichkeit, auch kein Zeichen von einer „prophetischen Berufung“, sondern ein deutliches Zeichen von einem bösen Herzen.

Alle großen Männer Gottes mussten diese negative Herzenshaltung im allgemeinen und Kritik im besonderen überwinden und besiegen. Keith Green erzählt in einer Predigt, wie er glaubte, dass Gott ihn als Propheten auserwählt hätte, um anderen und der gesamten Christenheit zu zeigen, was sie falsch machen. Erst später merkte er, dass er verführt war und er musste Buße tun. Gott hat ihn daraufhin völlig davon befreit, ständig auf die Missstände hinzuweisen.

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Glaubensgrundkurs #13 – DAS PROBLEM DES GEISTLICHEN HERZENS

Ich möchte kurz ein paar Bibelverse über das geistliche Herz des Menschen zusammenfassen:

1) Unser Herz bestimmt unser Handeln
In Sprüche 4:23 steht, dass “alle Quellen des Lebens aus unserem Herzen entspringen“. Jesus sagt mehrmals (u.a. in Markus 7:21), dass aus unserem Herzen böse Dinge hervorkommen und dass “was aus dem Mund kommt” in Wirklichkeit dem Herzen entspringt (Matth. 15:18).

2) Unser Herz ist böse, hinterlistig und verdorben
Paulus sagt in Römer 7: “Ich weiß, dass in mir nichts gutes ist“. In Jeremia 17,9 steht: Überaus trügerisch ist das Herz und bösartig; wer kann es ergründen? Jesus sagt, dass “aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerungen.” (Matth.15:19).

3) Wir können unser Herz nicht selbst erforschen, nur Gott kann das.
Wir sind uns selber nicht im Klaren, wie böse unser Herz wirklich ist. Deswegen haben wir auch Schwierigkeiten, die oben genannten Verse zu glauben. Wir halten uns für besser, als wir eigentlich in Gottes Augen sind. In Jeremia 17:9 steht, dass “niemand es erforschen kann” und in Vers 10 steht, dass “Ich, der Herr, erforsche das Herz“. Paulus sagt in 1. Korinther 4, dass er weder dem Urteil anderer Menschen, noch seinem eigenen Urteil vertraut, weil der Herr es ist, der “die Ratschläge der Herzen offenbaren wird“. David wusste das auch, er war ein Mann Gottes und trtozdem war er imstande, Ehebruch zu begehen und einen unschuldigen Mann zu ermorden. Daher sagt er in Psalm 139:23f “Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Wege!” David hat aus seiner Erfahrung gelernt und vertraut nicht mehr seinem eigenen Urteil.

Was folgt daraus für unser Leben?
Wir haben ein Problem: Alles was wir tun, wird von unserem Herzen bestimmt, das Herz ist aber durch und durch böse und hinterlistig und wir wissen das noch nicht einmal. Wir haben wirklich ein Problem. Wir brauchen einen Erretter, jemand der sich unser erbarmt und uns von uns selbst errettet. Wir sind dadurch so abhängig von Gott, von seiner Offenbarung und seiner Gnade. Wenn Gott uns nicht unseren Herzenszustand offenbart, werden wir niemals von dieser Wahrheit überzeugt sein. Und wenn Gott uns nicht Gnade gibt, dann werden wir niemals ein heiliges Leben leben können. Jegliche Selbstanalyse von unserem geistlichen Zustand wird damit lächerlich. Auch wenn andere uns analysieren oder wenn wir andere beurteilen, so ist dieses Urteil wertlos, weil kein Mensch das Herz eines anderen Menschen erforschen kann. Deshalb mahnt Paulus uns auch, dass wir nicht vor der Zeit richten und beurteilen sollen, bis der Herr kommt und das selber erledigt (1. Kor 4:5). Du verurteilst andere Christen? Du kannst ihr Herz erforschen? Du spielst ein gefährliches Spiel, denn du gibst vor, etwas zu tun, was nur Gott tun kann. Das einzige, was uns hilft, ist Gnade. UNd wie bekommen wir die? “Den Demütigen gibt er Gnade“, steht in 1 Petrus 5 und im Jakobusbrief. Der Weg der Demut ist der einzige Weg, um mit einem bösen und verkehrten Herzen aufzuräumen. Es ist der einzige Weg, der uns vor uns selber bewahrt.

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Jesus und Judas

Aus der Beziehung zwischen Jesus und Judas werden ein paar grundlegende Dinge sichtbar, die einigen von meinen Lesern wahrscheinlich helfen werden:

Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! (Joh 13:26-27)

Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. (Joh 13:30)

Jesus wusste, dass Judas ihn verraten würde. Wir lesen von Jesus, dass er erkannte, was im Herzen der Menschen war (Mat 9:4, Lk 2:35, Lk 5,22). Dies ist – nur mal so nebenbei erwähnt – ein Hinweis auf seine göttliche Natur, denn es steht (unter anderem) in Jeremia 17 und in Korinther 4 dass nur Gott erkennt, was in den Herzen der Menschen ist. Jesus wusste genau, was sich im Herzen von Judas abspielte: seine Zweifel, seine Vorhaben, die Finsterniss und Verwirrung. Aber trotz dieses Wissens um die Sünde in Judas (und um seine “Fleischlichkeit”) hat er in seinem Verhalten Judas gegenüber keinen Unterschied gemacht:

– Er hat Judas zusammen mit den 12 Vollmacht gegeben, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und das Reich Gottes zu predigen und ihn ausgesandt in die Dörfer.

– Er hat Judas ein zweitesmal mit den 70 Jüngern ausgesandt, wiederum als ein Botschafter des Reiches Gottes, mit derselben Vollmacht.

– Er hat mit Judas das Abendmahl gehalten, d.h. er hat mit Judas die engste Form der Gemeinschaft gehabt, die man in dieser Zeit mit Gott auf der Erde haben kann. Continue reading →

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