Leib Christi

Bericht über die Konferenz in Olpe

Weil ich und andere soviel Werbung und Hype um diese Konferenz gemacht haben, möchte ich jetzt einen ganz kurzen Bericht darüber abgeben, was dort alles passiert ist. Um ers kurz zu machen: Wir haben nicht übertrieben, eher untertrieben. Die Konferenz war viel, viel, viel krasser als ich es mir vorgestellt hatte. Ich habe noch nie Gottes Gegenwart so deutlich wahrgenommen. Wenn man nur in den Versammlungsraum kam, bekamen die meisten schon eine Gänsehaut. Es war eine heilige Atmossphäre und wir erlebten etwas, was im Alten Testament die “Shekina” genannt wird, die manifeste heilige Gegenwart Gottes, sein verzehrendes Feuer. Viele konnten diese Heiligkeit nicht ertragen und sind zusammengebrochen und haben ihre Sünden vor Gott bekannt und sein heilige Feuer hat alle seine Feinde in uns verzehrt (Psalm 97). Viele Menschen sind komplett verändert worden, allein durch das Hören der Predigten, aber auch in den Gebetszeiten sind viele Ehen geheilt worden, unzählige Einzelpersonen haben innere Heilung und Befreiung erfahren (u.a. von Depression, Passivität, Wut und Zorn, Ablehnung, Unvergebenheit, Bitterkeit, von den Wunden der Vergangenheit und den Verletzungen durch die Eltern…), einige haben sofortige körperliche Heilung erfahren, viele sind von Dämonen freigeworden.

Jeder der dabei war hat gesehen, was die Mächte und Gewalten der unsichtbaren Welt anrichten und die Teilnehmer werden nie wieder Dinge wie Unvergebenheit oder Bitterkeit oder Wut auf die leichte Schulter nehmen und leichtfertig sündigen können.

Jeder der da war, hat die heilige, manifeste Gegenwart Gottes gespürt und wird nie wieder mit einem “normalen Gottesdienst” ohne die Gegenwart Gottes zufrieden sein können.

Wir haben an zwei Tagen erlebt, wie Jesus selber in den Raum kam und Menschen berührte und befreite, es war nicht nötig, dass irgendjemand für Menschen betete oder irgendein Prediger die Führung übernahm. Jesus handelte so gründlich mit einigen Personen, dass es Stunden dauerte, bis sie alle Sünden und Schuld vor Gott gebracht hatten. Es war ziemlich unglaublich und hat viele wortwörtlich umgehauen.

Demnächst gibt es die Predigten von der Konferenz bei erweckt.de, bin fast fertig mit dem Bearbeiten und schneiden. (bei facebook gibts übrigens Fotos…)

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Glaubensgrundkurs #4 – DAS BLUT JESU

Dieser Text ist etwas länger, aber da ich über Weihnachten wahrscheinlich nicht so viel posten werde, soll mir das Recht sein. Jetzt geht es wirklich ans “Eingemachte”. Bete vorher, dass Gott dir die geistliche Realität des Blutes Jesu offenbart. Es wird dein Leben verändern.

Folgende Funktionen hat das Blut Jesu im Leben des Gläubigen: Erstens reinigt es uns, zweitens rechtfertigt es uns und bewahrt uns vor dem Zorn Gottes, drittens schützt es uns vor Dämonen, viertens reinigt es unser Herz und unser Gewissen und fünftens ist es unsere Eintrittskarte in das Allerheiligste. Ich schreibe hier über die ersten vier Funktionen. Continue reading →

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Unser erstes Tauffest & Grundlagen und Lehre über die christliche Taufe

Ein kurzer Artikel über die Bedeutung der Taufe – der ist spontan heruntergeschrieben, eigentlich wollte ich ja nur kurz über unser erstes Tauffest berichten, aber da kam ich auch schon wieder ins lehren…

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Nochmal eine kurze Zusammenfassung, was die christliche Taufe bedeutet:

1) Taufe bedeutet Beerdigung und Tod und Auferstehung
Paulus nennt die Taufe in Römer 6 eine Begrabung (Beerdigung). Unsere alte Natur wird begraben, denn sie ist mit der Wiedergeburt erstorben. Eine Leiche die nicht begraben wird, fängt an zu stinken und zu verwesen – deshalb muss jemand, der Christ geworden ist, auch getauft werden. Paulus wird allerdings noch genauer und schreibt: “Wir sind durch die Taufe mit Christus begraben worden auf den Tod, damit wir wie Christus aus den Toten auferweckt worden ist durch die Herrlichkeit des Vaters auch wir in Neuheit des Lebens wandeln“. Wir sterben für die Welt und auferstehen für ein neues Leben. Jedoch muss hier noch hinzugefügt werden: Dies passiert alles im Unsichtbaren. Nicht der sichtbare Leib stirbt, der bleibt am Leben. Jeder Mensch besteht jedoch aus einem sichtbaren (Körper) und unsichtbaren Teil (Persönlichkeit, unser “Herz”, die Seele). Wenn wir in das Wasser hinabsteigen, so ist das im Bereich des Sichtbaren lediglich symbolisch, aber in der unsichtbaren Welt ist es viel mehr als das, denn dort geschieht unsere “Begrabung” (des alten Menschen) und unser Auferstehen zu neuem Leben. Würde bei der Taufe gar nichts geschehen, so wäre sie nicht viel wert, aber allein der Widerstand der jedesmal bei diesem Thema aufkommt, beweist, dass der Teufel und die Dämonen die Taufe sehr wohl ernst nehmen. (Auch über diese kurze Zusammenfassung werden sich einige ärgern, diese sollten sich ernstlich fragen, was es denn in Ihnen ist, dass diesen Ärger verursacht – wo ich doch hier nur Bibelstellen zitiere und wiedergebe – Es ist bestimmt nicht der Heilige Geist, der sich über die Bibelstellen ärgert und woher “Ärger” kommt, und wer der Herr allen Zornes ist, das sagt die Bibel auch sehr deutlich). Der Satan hat ein sehr großes Problem mit der Taufe, da er um die geistliche Realität dahinter Bescheid weiß und diese bei jeder Taufe zu spüren bekommt. Continue reading →

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Jesus und Judas

Aus der Beziehung zwischen Jesus und Judas werden ein paar grundlegende Dinge sichtbar, die einigen von meinen Lesern wahrscheinlich helfen werden:

Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauchen und geben werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot. Und nach dem Bissen, da fuhr der Satan in ihn. Da spricht Jesus zu ihm: Was du tun willst, das tue bald! (Joh 13:26-27)

Da nun jener den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. (Joh 13:30)

Jesus wusste, dass Judas ihn verraten würde. Wir lesen von Jesus, dass er erkannte, was im Herzen der Menschen war (Mat 9:4, Lk 2:35, Lk 5,22). Dies ist – nur mal so nebenbei erwähnt – ein Hinweis auf seine göttliche Natur, denn es steht (unter anderem) in Jeremia 17 und in Korinther 4 dass nur Gott erkennt, was in den Herzen der Menschen ist. Jesus wusste genau, was sich im Herzen von Judas abspielte: seine Zweifel, seine Vorhaben, die Finsterniss und Verwirrung. Aber trotz dieses Wissens um die Sünde in Judas (und um seine “Fleischlichkeit”) hat er in seinem Verhalten Judas gegenüber keinen Unterschied gemacht:

– Er hat Judas zusammen mit den 12 Vollmacht gegeben, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und das Reich Gottes zu predigen und ihn ausgesandt in die Dörfer.

– Er hat Judas ein zweitesmal mit den 70 Jüngern ausgesandt, wiederum als ein Botschafter des Reiches Gottes, mit derselben Vollmacht.

– Er hat mit Judas das Abendmahl gehalten, d.h. er hat mit Judas die engste Form der Gemeinschaft gehabt, die man in dieser Zeit mit Gott auf der Erde haben kann. Continue reading →

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Predigtreihe über Gemeinde

Hartwig Henkel lehrt in dieser 5-teiligen Predigtreihe über Gottes Gemeinde und alles was dazugehört, ich finde die Predigten sehr gut und sehr hilfreich. Hertwig Henkel kann ich nur empfehlen, seine theologische Ausrichtung hat sich in den letzten Jahren geändert, und zwar sehr zum positiven, aber ihr müsst schon selber hören warum:

Gesunde Leiter – Gesunde Gemeinde, Teil 1

Gesunde Leiter – Gesunde Gemeinde, Teil 2

Gesunde Leiter – Gesunde Gemeinde, Teil 3

Gesunde Leiter – Gesunde Gemeinde, Teil 4

Gesunde Leiter – Gesunde Gemeinde, Teil 5

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Kommentar zum Korintherbrief (#15) – Viele Glieder, ein Leib

Denn auch der Leib ist nicht ein Glied, sondern viele. Wenn der Fuß spräche: Ich bin keine Hand, darum gehöre ich nicht zum Leib, so gehört er deswegen nicht weniger dazu! Und wenn das Ohr spräche: Ich bin kein Auge, darum gehöre ich nicht zum Leib; so gehört es deswegen nicht weniger dazu! Wäre der ganze Leib Auge, wo bliebe das Gehör? Wäre er ganz Ohr, wo bliebe der Geruch? Nun aber hat Gott die Glieder, jedes einzelne von ihnen, so am Leibe gesetzt, wie er gewollt hat. Wenn aber alles ein Glied wäre, wo bliebe der Leib? Nun aber gibt es viele Glieder, doch nur einen Leib… (1. Kor. 12:14 – 25)

Hier fasst Paulus das eben gesagte nochmal zusammen. Wir halten folgende Punkte fest: Im Leib Christi gibt es keine Gleichheit, sondern Einheit. Einheit bedeutet, dass die einzelnen Glieder verschieden sind (und mit verschieden ist hier auch verschieden gemeint, nämlich verschieden in der Lehre, verschieden in den Ansichten, verschieden in den Gaben, verschieden im Charakter, usw.) und dadurch dass sie vom Geist eine Gnadengabe und damit auch eine Verantwortung bekommen haben werden sie zu einer Einheit, wenn sie dieser Verantwortung nachkommen.

Das bedeutet, wir brauchen uns gar keine Sorgen darum zu machen, was für Aufgaben wir den einzelnen Gliedern geben – dafür ist der Geist verantwortlich. Wer seine Gnadengabe entdeckt, der weiss auch, was er zu tun hat und welche Verantwortung er hat. Die Aufgabe der Ältesten ist nicht, die einzelnen Glieder zu beschäftigen und sie mit Aufgaben zu überhäufen, sondern sie dahin bringen, dass sie ihre Gnadengaben und ihre Berufung entdecken. Die Glieder dagegen, die sich nicht unter die Herrschaft des Geistes stellen wollen, die werden auch niemals ihre Funktion im Leib entdecken, geschweige denn ihre Gnadengabe. Allerdings sollten die einzelnen Glieder zuerst ein Leib-Bewusstsein haben. Ihnen sollte klar sein, dass ihre Versammlung nur eine Repräsentation des einen Leibes ist, und dass die anderen Christen in ihrer Stadt ebenfalls zu diesem einen Leib gehören, und das deren Zusammenkünfte ebenfalls eine Realisierung des einen Leibes Christi darstellen.

Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit. (1. Kor. 12:26)

Wenn wir uns die Hand brechen, kommt dann nur unsere Hand ins Krankenhaus? Nein, wir kommen ins Krankenhaus, unser gesamter Körper liegt im Krankenhaus. Wenn uns dann jemand fragt, ob wir krank sind, dann antworten wir doch nicht: “Nein, ich ich bin gesund, nur meine Hand ist krank!”. Wenn unsere Hand krank ist, dann wird jedermann sagen: Wir sind krank. Das ist Leib-Bewusstsein. Komischerweise verhalten wir uns beim Leib Christi aber total anders. Wir sagen oft: “Wir sind gesund, aber das eine bestimmte Glied, diese eine bestimmte Person, die nicht mit uns übereinstimmt, die ist krank”. Das ist totaler Blödsinn. Wenn im Leib Christi ein Glied krank ist, dann ist der ganze Leib krank. So einfach ist das, udn das drückt Paulus hier auch aus, diese Einheit, dieses Leib-Bewusstsein ist sehr wichtig. Viele Glieder – ein Leib.

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+ Alle Kommentare zum Korintherbrief (#1 – #27)

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Kommentar zum Korintherbrief (#14) – Was ist eine Ortsgemeinde?

Denn gleichwie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, wiewohl ihrer viele sind, doch nur einen Leib bilden, also auch Christus. (1. Kor 12:12)

Ein Leib, viele Glieder – dies ist ein wichtiges Prinzip im Reich Gottes: Einheit ist nicht Gleichheit. Wir wissen von Paulus, dass die Ehe ein Bild für die Gemeinde ist. Mann und Frau werden niemals gleich sein, der Mann wird immer ein Mann bleiben und die Frau wird immer ein weibliches Wesen bleiben, aber trotzdem werden die zwei unterschiedlichen Wesen eins sein (Eph 5:31-32). Es wäre fatal, wenn der Mann versucht, seine Frau zu einem Mann umzugestalten – ebenso umgekehrt. Gott schafft aus zwei verschiedenen Menschen eine neue Kreatur. Das ist das Prinzip, das hinter der Gemeinde steckt. Es ist daher sehr unvernünftig, wenn man eine Gemeinde haben möchte, wo alle Mitglieder “gleich” sind. Wir können nicht erwarten, dass die Glieder der Ortsgemeinde ähnlich oder genauso begabt sind wir wir, wir können davon ausgehen, dass unsere Geschwister in der Gemeinde von uns so verschieden sind, wie ein Auge von der Hand verschieden ist. Wenn wir hoffen oder davon ausgehen, dass die Geschwister in unserer Gemeinde oder Versammlung auch nur halbwegs so denken oder geprägt sind wie wir, dann haben wir den Gemeindegedanken nicht verstanden, dann haben wir Einheit mit Gleichheit verwechselt.

Dies hört sich auf dem Papier vielleicht einfach an, hat aber schwerwiegende Auswirkungen in der Realität. Wenn wir davon ausgehen, dass die anderen Brüder alle verschieden sind, dann hat das zur Folge, dass wir nicht immer gleich denken und es werden früher oder später Meinungsverschiedenheiten auftreten.

Wir sind durch einen Geist in einen Leib getauft worden, ob Juden oder Griechen, Knechte oder Freie, alle sind mit einem Geist getränkt worden. (1. Kor 12:13)

Dieser Vers ist entscheidend für das richtige Gemeindeverständnis – Wir haben eben festgestellt, dass zwischen den einzelnen Gemeindegliedern ein großer Unterschied herrscht, aber es muss doch irgendeine Gemeinsamkeit, irgendeinen gemeinsamen Grund geben, das haben wir von vorneherein geahnt, und hier legt Gott durch Paulus diesen Grund: Wer in den einen Leib getauft ist, der gehört dazu. Das ist das einzige Kriterium. Wir haben bezüglich der Gemeindezugehörigkeit im Laufe der Jahrhunderte viele verschiedene Kriterien entwickelt: Man muss bestimmte Lehren glauben, man muss bestimmte Ordnungen befolgen, man muss bestimmte Lehren bejahen, man muss bestimmte Dinge nicht tun, man muss in einigen Gemeinden bestimmte Gaben haben und in anderen Gemeinden muss man bestimmte Gaben nicht haben um als vollwertiges Gemeindemitglied zu gelten. Aber bei Gott gibt es nur dieses eine Kriterium: ist die Person in den einen Leib getauft worden oder ist sie es nicht? Beachten wir die Vergangenheitsform: Es handelt sich um ein bestimmtes Ereignis, dass bereits geschehen ist. Es handelt sich um die Taufe, aber ich möchte hinzufügen: Um das neutestamentliche Verständnis von Taufe, als Taufe und Bekehrung noch nicht voneinander getrennt waren. Wer sich bekehrte, der tat Buße von seinen Sünden und ließ sich taufen – so lief das damals. Wir finden in den biblischen Berichten keine langen Wartezeiten zwischen der Wiedergeburt und der Taufe. Es gibt zwischen Tod und Beerdigung auch keine langen Wartezeiten, weil die Leichen sonst anfangen zu verschimmeln und zu stinken. Wer sich zu Gott bekehrt und sich aber nicht taufen lassen will, der hat zu Gott nicht “Ja” gesagt, sondern nur “Jein” und es mag sein, dass er mit diesem “Jein” nicht lange auf Gottes Seite bleibt, sondern von der Welt wieder eingefangen wird. Wir wissen aus Römer 6 um die geistliche Bedeutung der Taufe, wir sterben für die Welt, wir bezeugen dass unser alter sündiger Mensch mit Christus am Kreuz mitgestorben ist und dass wir ab jetzt für die Welt und für die Sünde tot sind. Alles was Flesich war, geht in das Wasser hinein und unter das Wasser und verreckt dort. Alles was aus dem Wasser dann herauskommt, ist die Auferstehung, eine neue Kreatur kommt aus dem (Wasser-)Grab, die in Gottes Reich versetzt ist. Jeder der diesen Schritt der Taufe (zusammen mit der Bekehrung) vollzogen hat, ist zugleich in den Leib hineingetauft – ab dem Moment, wo jemand aus dem Wasser des Todes hervorkommt, ist er nicht mehr in der Welt, sondern im Leib – ganz unabhängig davon ob er das möchte und unabhängig davon, ob sein Verstand das weiß. Es ist eine geistliche Tatsache, die die unsichtbare Welt akzeptieren muss.

Diese Person, die jetzt im Leib ist, braucht sich nicht eine Gemeinde zu suchen, sie ist bereits in der Gemeinde Christi, denn es gibt geistlich gesehen nur eine. Es gibt auf der Welt an vielen Orten viele Versammlungen und Gemeinschaften von Gläubigen, die diese eine Gemeinde mehr oder weniger repräsentieren1.

Verstehen wir diesen Leibgedanken? Hier ist wirkliche geistliche Einheit. Wer getauft worden ist, der gehört dazu – sonst nichts. Keine Zusätze, nichts kleingedrucktes, keine ungeschriebenen Verhaltensregeln, die zusätzlich zu befolgen sind. Die Frage der Gemeindezugehörigkeit ist bei Gott nichts kompliziertes, es ist eine einfache Frage: Bist du von Gott angenommen? Hast du deinen alten Menschen, dein altes Leben in den Tod gegeben?

Vielleicht denken einige, dieses Kriterium bezieht sich auf den universalen Leib Christi, aber für die Ortsgemeinden gelten doch andere Regeln. Mir ist dieses Denken schon oft begegnet, dieser Gedanke, dass für den universalen Leib Christi andere Regeln gelten als für die Ortsgemeinde wird zur eigenen Gewissenserleichterung gebraucht. Was aber sind die Ortsgemeinden? Sie sind nichts anderes als eine lokale Repräsentation dieses einen Leibes Christi. Genauso wie es nur einen Christus gibt, gibt es auch nur einen Leib, das Macht Paulus hier unmißverständlich klar. Die Ortsgemeinden sind nicht viele verschiedene kleine Leibe Christi, so ein Gedanken ist total unbiblisch, die Ortsgemeinden sind lokale Sichtbarwerdungen dieses einen Leibes. Eine Ortsgemeinde repräsentiert den einen Leib, in den wir hineingetauft wurden. Die Ortsgemeinde ist eine Manifestation des universalen Leib Christi.

Wenn jetzt aber so eine Ortsgemeinde ihre eigenen Regeln aufstellt, wer dazu gehört und wer nicht, dann repräsentiert sie nicht mehr den einen Leib, dann repräsentiert sie ihre eigenen Interessen und Ideen. Wenn eine Ortsgemeinde eine Person, die von Christus angenommen ist, nicht annimmt, dann ist das keine Sichtbarwerdung des einen Leib Christi, diese sogenannte Ortsgemeinde ist dann ein Verein von Leuten, die ihre eigenen Interessen vertreten. Erkennen wir jetzt, wie radikal diese Sicht ist? Es gibt ein wahres Sprichwort, das lautet: “Freunde kann man sich aussuchen, Geschwister aber nicht.” Dies trifft auch auf den Leib Christi und die Ortsgemeinde zu. Wir können uns nicht aussuchen, wer in den Leib hineingetauft wurde, wir können uns nicht aussuchen, wer von Christus angenommen wurde. Wenn Christus mit seinem Blut die Sünden einer Person reingewaschen hat und stellvertretend für sie gestorben ist, welches Recht haben wir dann zu sagen, diese Person darf nicht in unsere Gemeinde? Welches Recht haben wir da, dieser Person noch weitere Bedingungen (Kleiderordnungen, Zustimmen zu bestimmten Lehren, usw) aufzuerlegen? Wenn wir Zusatzbedingungen stellen, dann sind wir auf dem Weg zu einer Sekte, denn wir repräsentieren nicht mehr den Leib Christi, sondern unsere eigenen Interessen.

In der Praxis ist dies natürlich nicht so einfach, denn das heisst ja nichts anderes, als dass Personen in die Gemeinde kommen, die total andere Meinungen in Bezug auf Lehre, Lebensstil, usw. In anderen Worten: es werden Leute in die Gemeinde kommen, mit denen uns nicht das Geringste verbindet. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass Christen kommen, die zwar in den Leib hineingetauft sind, aber allerhand komische Lehren mit sich bringen. Jedoch müssen wir beachten, dass Paulus hier in Korinther eine Einheit des Geistes darlegt und nicht eine Einheit der Lehre2. Das erste wonach wir fragen müssen, ist ob die Person in den einen Leib hineingetauft wurde, alles andere muss sich in der Frage der Gemeindezugehörigkeit hintenanstellen. Unsere Gemeinden sind oft Zusammenschlüsse von Gleichgesinnten, von Menschen gleicher Herkunft, gleicher Hautfarbe, gleicher Mentalität, gleicher Lehre und Erkenntnis, usw. In Gottes Augen sind Versammlungen aufgrund solcher Fundamente keine wirklichen Ortsgemeinden, es sind höchstens Interessengemeinschaften, es sind Vereine. In einem Verein treffen sich Leute, die die gleichen Interessen und Hobbies haben, um diesen Gemeinsam nachzugehen, in einer Ortsgemeinde treffen sich Menschen, die in den Leib hineingetauft wurden.

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