Leben

Leben ist tragisch!

„Die Grundlage des menschlichen Lebens ist tragisch“ –Oswald Chambers

Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich die Tragweite dieser Aussage und auch ihren Wahrheitsgehalt begriffen habe. Aber diese Behauptung kann unsere Sicht auf die Welt komplett verändern und die Beschäftigung mit dieser Aussage (und überhaupt mit Tragik, Leid, Versagen, Enttäuschung) bringt uns zur Wahrheit über die Welt in der wir leben und über uns selbst.

Wenn ich dieser Aussage, dass das Leben an und für sich tragisch ist, zustimme, werde ich dann nicht depressiv oder zynisch? Oder werde ich ein Hedonist und lebe nach dem Motte Sex, Drugs, Rock’n’roll, denn morgen sind wir eh alle tot? Einige haben diese Schlussfolgerung gezogen, aber wir finden in der Bibel einen anderen, besseren Weg, der alles auf den Kopf stellt. Davon handelt meine Predigt, die ihr hier herunterladen könnt:

+ H. Richert – Leben ist tragisch! (Christusgemeinde Bielefeld)

Diese Predigt soll der Beginn einer Reihe sein, in der es darum geht, wie wir als Christen mit Leid, Versagen, Enttäuschungen und unseren Begrenzungen umgehen. Gerade im Christentum sind Versagen, Schwachheit und Leid zentral, aber oft haben wir nur Floskeln anzubieten und wissen nicht, wir mit diesen Dingen umgehen sollen, wenn wir mit ihnen konfrontiert werden.

“Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden!” – Psalm 90:12

Zusätzlich zur Predigt biete ich auch noch die Präsentation zur Predigt an, mit allen Notizen. Unter folgendem Link könnt ihr sie als PDF-Datei herunterladen:

+ Predigtskript / Präsentation – Leben ist tragisch (H. Richert | Christusgemeinde Bielefeld)

„Das Große, wenn man es schafft, besteht darin, all die unangenehmen Dinge nicht mehr als Unterbrechungen des eigentlichen Lebens zu betrachten.

Die Wahrheit lautet vielmehr, dass gerade das, was wir Unterbrechungen nennen, das wahre Leben ist, das Leben, das Gott uns Tag für Tag schenkt.“ –C. S. Lewis

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In der Gegenwart leben

Unsere Theologie ist so ausgerichtet, dass wir entweder in die Vergangenheit schauen oder in die Zukunft. Wir schauen auf Erfahrungen oder Entscheidungen (z.B. unsere Bekehrung zurück) und schauen auf die Zukunft (“später wird alles gut werden”) und dadurch haben wir einen blinden Fleck: Die momentane Gegenwart, unser hier und jetzt.

Gott sagte vor vielen tausend Jahren zu den Israeliten: “Heute, wenn ihr meine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht!” – Der Schreiber des Hebräerbriefes nimmt diese Worte aus der Vergangenheit und hält sie den neutestamentlichen Christen vor: “Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht!“.

Scheinbar gibt es bei Gott nur eine Zeitform: die Gegenwart. Bei Gott ist immer “Heute”. Es ist nicht unbiblisch, auf die Erfahrungen in der Vergangenheit zu schauen oder auf die Hoffnung in der Zukunft, wir sollen das sogar, aber Jesus mahnt uns, dass wir im HEUTE leben müssen: “Sorgt euch nicht um Morgen, den ein jeder Tag hat seine eigene Plage“.

Es besteht die Gefahr, dass wir nur noch in Vergangenheit (eine unheilige Nostalgie) oder in der Zukunft leben und dadurch nicht mehr wirklich “da” sind: dabei ist jeder moment, den wir momentan durchleben, entscheidend und weichenstellend für alles, was “morgen” kommt. Wenn wir unsere Sünden und Mängel im Heute übersehen und uns auf die Zukunft vertrösten, wird es irgendwann ein böses Erwachen geben. Nur wenn ich in der Gegenwart lebe und jetzt in diesem Moment eine Entscheidung treffe, etwas tue, auf die Stimme Gottes höre und jetzt gehorsam bin, wird sich etwas ändern. Ansonsten bin ich in einer Schleife gefangen. Nur wenn ich in Gottes “Heute” lebe, kann Veränderung in meinem Leben geschehen. Zu oft haben wir uns mit einem “Das muss Gott bei mir noch verändern” herausgeredet. Time to get real…

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Glaubensgrundkurs #10: WORT UND GEIST – WAS STECKT HINTER UNSEREN WORTEN?

Eine Disskussion bei Facebook hat mich zu diesem Eintrag inspiriert. Ich möchte den Zusammenhang zwischen Worten und den dahintersteckenden Geistern erklären. Als Grundlage dienen mir zwei Verse aus der Bibel, einmal von Jesus und einmal von Hiob:

Der Geist ist es, der lebendig macht; das Fleisch nützt nichts. Die Worte, welche ich zu euch geredet habe, sind Geist und sind Leben; (Joh 6:63)

An wen hast du Worte gerichtet, und wessen Geist ist von dir ausgegangen? (Hiob 26:4)

Jesus sagt das seine Worte Geist und Leben sind, das bedeutet, seine Worte sind mehr als nur das inhaltlich Gesagte. Hiob fragt seine Freunde, die ihn mit ihrer richtigen Theologie fertig machen: Wessen Geist ist von dir ausgegangen? Seine Freunde haben anscheinend die theologisch richtigen Dinge gesagt, aber Hiob hat gemerkt, dass mit der Antwort der “Freunde” etwas nicht stimmt. Deswegen stellt er nicht die Frage nach dem Inhalt der Worte, sondern nach dem Geist der Worte.

Wir sehen allein aus diesen beiden Versen, dass Worte nicht einfach “nur” Worte sind. Mit allem was wir sagen geht ein bestimmter Geist von uns aus. Entweder ist das ein guter Geist, der lebendig macht oder es ist ein Geist, der tötet. Die Worte von Hiobs Freunden bewirkten, dass Hiob nur noch fertiger wurde, sie töten seine Seele. Hiob findet sehr klare Worte über die theologischen Erklärungen seiner Freunde und wir sehen am Ende, dass Gott Hiob (in dieser Sache) Recht gibt und seine Freunde richtet. Wir lesen von Delilah, dass ihre Worte Simsons Seele sterbensmatt machten (Richter 16:16). Warum passierte das? Warum war Simson so verblendet, dass er tatsächlich sein Geheimnis verriet? Weil hinter ihren Worten ein ganz bestimmter Geist steckte und dieser Geist bewirkte den Tod in Simson und seine Verwirrung. Continue reading →

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