Glauben

Das Vakuum (Das Ende einer Epoche 2)

Was bisher passiert ist

Im Artikel “Das Ende einer Epoche” habe ich die These aufgestellt, dass die Epoche des Konstruktivismus und die Postmoderne zu Ende geht.

Meine Argumentation ist einfach: Personen, die eigentlich aus dieser Denkschule kommen, schreiben und argumentieren gegen sie, rufen nach einem neuen Weltbild, weil mit dem alten vieles nicht mehr erklärt werden kann (so zum Beispiel der Philosoph Thomas Nagel).

Ein weiteres Argument, welches ich anführe: Die unvorhergesehen negativen Auswirkungen des Konstruktivismus (nämlich die Bedrohung und Behinderung des Wissenschaftsbetriebs, Verhindern von Diskursen und freier Meinungsäußerung, überhöhte Empfindlichkeit und mangelnde Resilienz und nicht zuletzt eine Zerstörung der aufklärerischen Ideale, inklusive Abschaffung der Rationalität – siehe mein voriger Artikel) sind letztendlich ein zu hoher Preis, den viele nicht mehr zu zahlen bereit sind.

Diese Erkenntnis hat unter anderem zur Entstehung des “Intellectual Dark Web” geführt, wo viele Intellektuelle, die wegen ihres Eintretens für freie Meinungsäußerung an ihren Universitäten heftigsten Gegenwind bekommen haben, sich in Podcasts, Blogs und Youtube-Videos eine eigene Öffentlichkeit geschaffen haben und damit sogar eine breite Masse erreichen.

Was jetzt passieren sollte

Immer wenn eine Epoche zu Ende geht, existiert für eine kurze Zeit ein Vakuum. In diesem Vakuum konkurrieren verschiedene neue Denkschulen, bis eine von ihnen die Oberhand gewinnt und der neue wissenschaftliche Mainstream an den Universitäten wird (das ist stark vereinfacht, da es oft nicht so eindeutig ist). Erst Jahre später kann man die konkreten Auswirkungen dieser Ideen in der Gesellschaft beobachten. Ich vermute, dass wir in ein paar Jahren so ein Vakuum haben. In diesem Vakuum ist vieles möglich und hier möchte ich als Christ alle christlichen Leiter, Pädagogen, Pastoren, Theologen, Philosophen und sonstige Denker auffordern, diese Gelegenheit zu nutzen! Wenn wir in den Wissenschaftsbetrieb eingebunden sind, wenn wir Professoren an Universitäten sind, dann ist dies unsere Gelegenheit, dieses Vakuum mit neuen Ideen, mit Substanz, Bedeutung und Wahrheit zu füllen – und so dazu beizutragen, dass die nächste Denkschule eine bessere wird als die, die wir jetzt ausbaden müssen. Wenn wir nicht direkt an diesen Prozessen in der Universität beteiligt sind, haben wir dennoch eine weitere wichtige Aufgabe zu erledigen:

Unsere wichtigste Aufgabe

Wir müssen die nachfolgende Generation für diesen “Kampf der Ideen” vorbereiten und ausrüsten! Als Pastoren, Gemeindeleiter und Pädagogen müssen wir ihnen Mut machen, dass einer von ihnen nicht nur der nächste Billy Graham sein kann, sondern dass einer von ihnen auch ein epochenprägender Wissenschaftler sein könnte, der Ideen und Denkschulen entwickelt, die Gottes Segen in die ganze Gesellschaft hineintragen. Paulus benutzt in Philipper 4:13 tatsächlich das Personalpronomen “Ich“. Er sagt nicht, dass Gott alles kann, sondern er sagt:

"Ich kann alles durch den, der mich fähig macht!" (Philipper 4:13).

Mose hatte am brennenden Busch kein Problem, zu glauben, dass Gott das Volk Israel befreien kann (durch einen anderen), aber er konnte nicht glauben, dass Gott es durch ihn tun kann (Exodus 4:13). Zu glauben, dass Gott es durch mich und heute tun kann, macht einen gewaltigen Unterschied! Dies ist echter Glaube und diesen Glauben gilt es bei der nächsten Generation anzufachen.

Unsere Jugendlichen sind durch das Schulsystem, ihre Helikoptereltern und die sich immer schneller verändernde Gesellschaft oft so verunsichert, dass sie gar nicht den Glauben haben, dass Gott tatsächlich sie benutzen könnte (Sie haben maximal “Glauben” dafür, dass Gott jemand anderes benutzen kann und ihr größter Traum ist eine “sicherer” Beamtenjob). Die besseren von ihnen haben manchmal Glauben für ein Heilungsgebet, es fällt ihnen aber sehr viel schwerer zu glauben, dass Gott ihnen genauso bei der nächsten Matheprüfung helfen kann!

Hier sind wir christlichen Leiter und Lehrer gefragt! Von wem sollen sie sonst Ermutigung und Bestätigung bekommen? Wer wird sie herausfordern, ihre Komfortzone zu verlassen? Oftmals reicht es aus, wenn diese Jugendlichen eine einzige Respektsperson haben, die an sie glaubt (die ihnen wirklich zu spüren gibt, dass sie es schaffen können!). Wenn wir gute charismatische Leiter sind, dann malen wir ihnen als Traum vielleicht vor Augen, dass sie der nächste Billy Graham werden können, aber das reicht nicht! Wir brauchen neben geisterfüllten Evangelisten auch geisterfüllte Pädagogen, Philosophen, Psychologen, Theologen, Rechtswissenschaftler und Naturwissenschaftler, die unsere Gesellschaft mit inspirierten Ideen positiv beeinflussen! Wer wird der nächste Leibniz, der nächste Kierkegaard, der nächste Platinga, der nächste Tour, der nächste Polkinghorne, der nächste Collins? Und es gibt noch ein paar mehr…

Wenn wir dagegen als christliche Leiter unsere Gesellschaft und unser Land innerlich schon aufgegeben haben, wenn wir resignieren und in den “Früher-war-alles-besser-Chor” einstimmen, wenn wir uns nur noch den Entrückungsbus herbeiwünschen oder einsam mit anderen “wahren Christen” auf das Ende warten und uns vor der Verführung mehr fürchten als vor Gottes Bewahrung, dann werden wir unsere Aufgabe an der nachfolgenden Generation nicht erfüllen können. Haben wir den Glauben, dass Gott selbst in unserer Zeit noch außergewöhnliches schaffen kann? Im nächsten Teil werde ich dafür einige Beispiele liefern!

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Glaubensgrundkurs #8 – DAS GEISTLICHE HERZ

Diese achte Lektion des Glaubensgrundkurses ist bis jetzt die wichtigste. Es geht um unser unsichtbares Herz und die damit verbundenen Haltungen und Einstellungen, die unserem Denken zugrunde liegen. Es geht um folgende Fragen: Wie bekomme ich ein reines Herz? Wie werde ich von Sünden frei, die ich immer wieder tue? Wie werde ich die Gedanken & Gefühle los, die mich quälen? Warum tue ich immer wieder bestimmte Sünden? Wenn du diese Fragen kennst, dann bitte Gott, dass er dir die Wahrheit hinter diesem Artikel lebendig macht. Es kann dein Leben retten.
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Wiederholung – Wie wird Errettung Wirklichkeit?

Im Glaubensgrundkurs #7 wurde die Bedeutung des Wortes “Errettung” erklärt. Im Glaubensgrundkurs #5 wurde der Zusammenhang zwischen Glaube und Werke erklärt. Diese Lektion ist nochmal eine Wiederholung der beiden Lektionen, weil das so wichtig ist, dass man diese Prinzipien versteht. Continue reading →

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Glaubensgrundkurs #5 – WAS IST GLAUBEN UND WIE BEKOMMT MAN GLAUBEN?

Glaube ist der Schlüssel um etwas von Gott zu empfangen. Viele Christen klagen, dass sie keinen Glauben haben. Ich frage mich jedesmal, wenn ich so eine Klage (manchmal ist es auch eine Ausrede für Passivität) höre, was dieser Mensch unter “Glauben” versteht. Oftmals denken wir, dass “Glauben” oder “Glauben wie ein Senfkorn” eine magische Kraft iGst, die wir – wann immer wir etwas brauchen – in die Wagschale werfen können, um Gott irgendetwas abzuringen. Wenn Du “Glauben” bisher so als eine abstrakte Kraft verstanden hast, dann bist Du getäuscht. Wenn wir Gott durch welches Mittel auch immer manipulieren wollen irgendwas zu tun, dann ist das Magie und Zauberei, aber kein Glauben. Was ist also Glauben und wie bekommt man Glauben? Continue reading →

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Das Gleichnis vom Sämann – Eine Herzensdiagnose

UPDATE: In Markus 4 erzählt Jesus das Gleichnis vom Sämann. Darin macht er folgendes Statement:

Versteht ihr dies Gleichnis nicht? WIE WOLLT IHR DANN ALL DIE ANDEREN GLEICHNISSE VERSTEHEN? (Markus 4:13 )

Wenn wir dieses Gleichnis nicht verstehen, dann werden wir Schwierigkeiten haben, alle anderen Gleichnisse zu verstehen. Warum ist das so? Weil dieses Gleichnis den Weg zu Verständnis geistlicher Tatsachen erklärt. In diesem Gleichnis steckt der Schlüssel zu einer Fülle von weiteren geistlichen Offenbarungen. Deswegen hole ich dieses Gleichnis noch einmal aus den Tiefen meines Blogs hervor, da ich sicher bin, dass die meisten Leute es noch nicht verstanden haben. Ich kann dieses Gleichnis in einem Satz zusammenfassen:

Der Weg zur geistlichen Erkenntnis führt nicht über den Verstand, sondern über das Herz.

Wenn unser Herzensboden im richtigen Zustand ist, dann wird das Wort Gottes (= der Same), dass wir lesen oder hören auf jeden Fall Frucht bringen. Das ist die Hauptaussage. Schauen wir uns das Gleichnis einmal genauer an: Continue reading →

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Mein Senf zu Hiob #2

Erbarmt euch, erbarmt euch über mich, ihr meine Freunde! Denn die Hand Gottes hat mich getroffen…Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub stehen – Hiob 19, 21+25

Hiob kann es nicht totschweigen oder schönreden, denn er hat das schreckliche erkannt: Gott ist an seiner miserablen Lage mitverantwortlich. Hiob weiss, dass er das Leid nicht erlebt, weil er schlecht ist und es irgendwie “verdient” hat (das wollen ihm seine Freunde die ganze Zeit einreden, und sie wollen ihm einreden dass Gott sowas nur mit ganz ganz bösen Menschen machen würde…)

Aber Hiob weiss, dass erstens Gott seine Finger ihm Spiel hat: Die Hand des HERRN hat mich getroffen, und zweitens weiß er, dass ihm dies nicht passiert, weil er was böses getan hat. Doch diese Erkenntnis macht es nur noch schwieriger:
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Mein Senf zu Hiob #1

Hier sind einige Offenbarungen, die ich durch das Lesen von Oswald Chambers Auslegung zum Buch Hiob (”Baffled To Fight Better”) von Gott bekommen habe. Ich habe noch nie darüber gepredigt, aber seit dem ich dieses Buch lese, verlassen mich die Gedanken darüber nicht, und sie nehmen mehr und mehr Gestalt an. Hier eine erste schriftliche Übertragung von dem was Oswald über Hiob schreibt und was ich davon verstanden habe.

MEINE TAGE SIND DAHIN,
MEINE PLÄNE SIND ZERISSEN,
AUCH DIE WÜNSCHE MEINES HERZENS
(Hiob 17,11)

Hiob kommt durch seine Krankheit und vor allem durch die Unerklärlichkeit seiner Krankheit zu der Erkenntnis, dass die Grundlage des Lebens durch und durch tragisch ist. Oft ist der Optimismus, den wir als Christen pflegen nichts anderes als getarnte Oberflächlichkeit. Wir sind schnell dabei, die meisten Sachen wegzuerklären, selbst wenn wir auf unerklärliche Dinge stoßen, so suchen wir schnell eine rationale Lösung. Continue reading →

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Kommentar zum Korintherbrief (#27) – Merkmale der Sprachenrede

Paulus sagt ganz konkret, um welche Gabe wir am meisten eifern sollen, nämlich die Gabe der Prophetie oder Weissagung (14:1). Ich bin in Kapitel 12 schon kurz darauf eingegangen, wie diese Gabe aussieht, und in diesem Kapitel werde ich das noch ausführlicher tun, denn in keinem anderen Kapitel in der Bibel wird so ausführlich über irgendeine Gabe gesprochen. In diesem Kapitel werden zwei Gaben ganz besonders beschrieben, zum einen die der Weissagung oder Prophetie und zum anderen die der Sprachenrede. Diese beiden Gaben werden hier miteinander verglichen und dadurch erhalten wir ausführliche Beschreibungen und Informationen über diese beiden Charismata.

14:2 Denn wer in einer Sprache redet, redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott; denn niemand versteht es, im Geiste aber redet er Geheimnisse.

Hier haben wir vier wichtige Merkmale der Sprachenrede. Erstens, die Sprachenrede richtet sich an Gott. Warum? Weil es zweitens niemand von den Menschen versteht. Drittens redet er im Geist, und viertens redet er Geheimnisse. Wir beginnen mit dem ersten Punkt:

a) Sprachenrede ist Rede zu Gott

Wenn wir die erste Episode in der Bibel lesen, in der die Sprachenrede geschildert wird, fällt uns als erstes zu diesem Thema ein, dass jeder aus der Volksmenge in Apostelgeschichte 2 die Ansprache des Petrus in seiner Muttersprache hörte. Wie passt das mit dieser Aussage zusammen? Und wie passt das mit dem zweiten Merkmal zusammen, (niemand versteht es…), wo es doch gerade in Apostelgeschichte 2 alle verstanden haben? Nun, dieser scheinbare Widerspruch ist sehr leicht zu lösen. Als die Jünger in Apg 2 mit dem Heiligen Geist getauft werden, hat das unter anderem zur Folge, dass sie in neuen Sprachen reden (Apg 2:4). Wo geschah dies? In dem Obergemach, wo sie sich versammelten (Apg 1:13). Da saßen sie jetzt, wurden erfüllt mit dem Heiligen Geist und begannen in neuen Sprachen zu reden – vermutlich alle gleichzeitig, denn da steht, dass sie alle redeten. Das Sprachenreden wird wahrscheinlich richtig Krach gemacht haben, das störte aber niemanden, da sich gleichzeitig noch ein Brausen wie von einem gewaltigen Wind ereignete, was eine noch viel gewaltigere Geräuschkulisse gewesen sein muss. Zu diesem Zeitpunkt haben die Jünger in neuen Sprachen geredet, aber sie hatten noch keine Zuhörer – die waren noch nicht gekommen. Sie waren im Obersaal, und redeten in neuen Sprachen zu Gott, zumindest für eine bestimmte Zeit. Sie haben sich da aus Angst vor den Römern natürlich heimlich getroffen, doch durch den Lärm, den der gewaltige Wind machte, konnte dieses Treffen nicht mehr heimlich bleiben, und so lesen wir, dass sich das Gerücht verbreitete und die Menge zusammenkam um nachzusehen, was da vor sich geht (Apg 2:6). Natürlich verbreiten sich Gerüchte schnell, aber es wird zumindest eine Weile gedauert haben, bis die Leute alle bei diesem Obersaal angekommen waren. Die Jünger hatten zu keiner Zeit die Absicht zu dem Volk zu reden, sie waren mit Gott beschäftigt, durch den Heiligen Geist und haben sich gar nicht um die schaulustige Menge gekümmert, denn da steht dass sie einfach weitergeredet haben: Als sich aber das Gerücht hiervon verbreitete, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt, weil jeder einzelne in seiner eigenen Mundart sie reden hörte (Apg 2:6). Die Menge hörte sie reden und jetzt passiert ein neues Wunder, nämlich die Menge versteht das was die Jünger reden, und zwar jeder in seiner eigenen Muttersprache. Hier passiert ein zweites Wunder. Das erste Wunder war das Reden in neuen Sprachen, jetzt passiert ein zweites Wunder, aber dieses Wunder passiert bei den Zuhörern: Sie verstehen, was geredet wird. Es ist nicht ein Sprachen-Wunder, sondern ein Hör-Wunder. Die Jünger halten noch keine Ansprache an das Volk, das kommt erst später durch Petrus, sie sind damit beschäftigt, in neuen Sprachen zu Gott zu reden. Doch Gott tut ein zweites Wunder und lässt die Menge das Gesagte verstehen. Was haben sie denn da gehört? Wir lesen in 2:11, dass sie etwas über die großen Taten Gottes verstehen – mit anderen Worten, die Jünger preisen und loben Gott für seine Taten. Erst als die Menge sich darüber entrüstet, steht Petrus auf, und richtet sich direkt an die Menge (2:14). Jetzt erst beginnt die Predigt zu den Leuten, und diese Predigt ist keine Sprachenrede mehr, es ist nicht mehr Rede zu Gott, sondern Rede zu den Menschen. Bis hierher war es Sprachenrede, die Jünger haben zu Gott geredet und Gott für seine Taten gelobt. Ähnlich lief es auch im Hause des Kornelius ab, sie wurden mit dem Heiligen Geist getauft und Petrus hörte sie in neuen Sprachen reden und Gott preisen (Apg 10:46).

b) Sprachenrede versteht niemand.

14:2 …denn niemand versteht es…

Dieser Punkt bereitet vielen Schwierigkeiten. Grundsätzlich ist es ein Merkmal der Sprachenrede, dass sie unverständlich ist, aber wir lesen in den weiteren Versen und haben bereits in Apg 2 gesehen, dass es hier Ausnahmen gibt. Wenn Gott aber nicht ein „Hör-Wunder“ tut wie in Apg 2 oder ein „Versteh-Wunder“ (wie zum Beispiel die Gabe der Auslegung der Sprachen) dann versteht niemand es. Dies ist gerade ein Punkt, der für die meisten Menschen das größte Hindernis für die Ausübung dieser Gabe ist. Es ist eine Demütigung für den Verstand und besonders für den Intellektuellen Menschen, Dinge auszusprechen, die er nicht versteht. Das Problem ist ja nicht nur, dass die anderen nichts verstehen, sondern dass der Sprecher selber nicht versteht, was er ausspricht. In diesem gesamten Abschnitt macht Paulus deutlich, das gerade dieses Merkmal der Sprachenrede der entscheidende und kritische Punkt ist. Weil niemand die Sprachenrede versteht (es sei denn dass sie durch die Gabe der Auslegung verständlich gemacht wird), deswegen kann diese Gabe nicht als Ersatz für die Gabe der Prophetie dienen. Weil niemand das Gesagte versteht, deshalb erbaut/belehrt/ermahnt es die Versammlung auch nicht. Warum soll man die Gabe denn überhaupt ausüben? Diese Frage wird noch geklärt werden, aber dazu brauchen wir erst weitere Informationen, die Paulus uns in den kommenden Versen geben wird.

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Kommentar zum Korintherbrief (#26) – Frucht oder Gaben des Geistes

Hallo alle Leser – dies ist die Fortsetzung der Korintherbriefauslegung, ich beginne jetzt mit Kapitel 14, werde der Übersichtlichkeit halber es aber nicht Senf, Teil 98231 nennen, sondern Themenbezogene Überschriften geben. Es geht aber genauso weiter wie ihr das aus den vorigen Artikeln kennt, es ist einfach eine Vers-für-Vers Auslegung, und es ist mein “Senf”, das heisst, das was ich darüber denke. Mein Senf zu den Kapiteln 13 und 14 gibt es übrigens auf www.erweckt.de als Komplett-Download.

14:1 Strebet nach der Liebe; doch eifert auch nach den Geistesgaben, am meisten aber, daß ihr weissagen könnet!

Vergleiche diesen Vers mit dem letzten Vers aus Kapitel 12: Strebet aber nach den besten Gaben; doch zeige ich euch jetzt einen noch weit vortrefflicheren Weg (12:31). Nachdem Paulus in Kapitel 12 die Gaben eingeführt hat, lenkt er den Fokus in Kapitel 13 auf das Fundament, die übernatürliche Liebe Christi. Da das alleswichtigste geklärt ist, kommt Paulus wieder auf das eigentliche Thema zurück, und er gibt uns hier im 14 Kapitel wieder eine Rangordnung. Zum einen macht er durch diesen Satz klar, dass die Liebe keinesfalls als eine Alternative oder Konkurrenz zu den Gaben gesehen werden kann. Diese Einstellung ist heute leider bei vielen Christen zu finden. Haben sie Erfahrung und Reichtum im Bereich der Geistesgaben, so tendieren sie dazu diese als wichtiger zu erachten als die Frucht des Geistes und belegen dies normalerweise mit Stellen aus dem 14. Kapitel des Korintherbriefes. Umgekehrt habe ich bei Christen, die keinerlei oder kaum Erfahrungen im Bereich der Geistesgaben haben eine umgekehrte Haltung erlebt: Sie halten die Frucht des Geistes für wichtiger und die Gaben für nicht so wichtig und führen Verse aus dem 13. Kapitel und auch oft Vers 12:31 als Begründung für ihre Haltung an. Einzeln gelesen gibt es für beide Haltungen Verse, mit denen man es Begründen kann – dies funktioniert jedoch nur, wenn man die Kapitel 12,13 und 14 trennt. Nimmt man diese Kapitel als ein Ganzes (und das war alles ein Brief, den Paulus geschrieben hat, und er hat auch keine Kapiteleinteilungen gemacht, er hat das alles an einem Stücl heruntergeschrieben…), so wird recht schnell deutlich, dass beide Haltungen falsch sind. Schon die beiden oben verglichenen Verse (12:31 und 14:1) reichen aus, um zu zeigen, dass die Liebe nicht gegen die Gaben ausgespielt werden kann, ebensowenig können die Gaben mit der Liebe konkurrieren. Paulus macht in diesem Zusammenhang sehr deutlich, dass hier keine Konkurrenz, sondern ein Miteinander notwendig ist. Die Gaben funktionieren ohne die Liebe nicht, sie basieren auf die Liebe, und Liebe ohne Gaben ist beschränkt in ihrer Wirksamkeit. Daher sagt Paulus, dass wir nach der Liebe und auch ebenso eifrig nach den Geistesgaben streben sollen.

Wenn du also meinst, du bist ein geisterfüllter Christ, weil du in anderen Sprachen reden kannst, aber zu Hause in deiner Muttersprache ausrastest und dich nicht unter Kontrolle hast, so solltest du Buße tun und Gott darum bitten, dir den besseren Weg zu zeigen, den Weg der Liebe. Es kann sogar sein, dass dein Zungenreden oder deine vermeintlichen Geistesgaben gar nicht von Gott sind, sondern Nachahmungen vom Feind. Diese Möglichkeit muss immer in Betracht gezogen werden, wenn du merkst, dass etwas mit deinem Charakter nicht in Ordnung ist, denn die Charakteränderung ist immer ein Merkmal der echten Buße und Wiedergeburt. Vielleicht bist du gar nicht wiedergeboren oder du bist wiedergeboren hast dich aber aus Unwissenheit oder wegen irgendwelchen Irrlehrern auf einen falschen Weg begeben. Solange du ehrlich genug bist, dies einzusehen und dich zu demütigen, ist es für dich noch nicht zu spät und Gott wird dir sehr schnell heraushelfen und dich auf den richtigen Weg bringen und dir auch die echten Gaben des Geistes geben.

Wenn du im Gegensatz dazu Besonnenheit besitzt, aber noch keine Gaben des Geistes erlebt hast, so solltest du nicht sagen: Wenn Gott will, dann wird er mir die Gaben schon geben…“ denn solche Aussagen klingen in deinen Ohren vielleicht demütig, aber sie offenbaren vor allem eins:

Es mangelt dir an Respekt vor Gottes Wort und du hast eine Null-Bock-Haltung gegenüber Gottes Geboten. Solche Aussagen sind ein Zeichen von mangelnder Gottesfurcht und verunehren Gott. Warum? Weil es allein in diesen drei Kapiteln mindestens vier Gebote Gottes gibt, die dich dazu auffordern, danach zu eifern und zu streben. Du dagegen sagst: Die Frucht ist wichtiger, ich habe das wichtigste, und der Rest (die Gaben) brauche ich nicht. Du bist dann wie einer, der anfängt ein Haus zu bauen und nachdem das Fundament fertig ist, hört er auf weiterzubauen und freut sich, dass er das wichtigste, das Fundament, erledigt hat.

Oder dann gibt es noch diese Sorte von Christen, die es erlebt haben, wie andere angeblich geisterfüllte Christen mit ihren Gaben angeben, aber im Bereich der Frucht des Geistes total versagen. Oft kommt dann ein Spruch wie: „So wie der möchte ich nicht enden“ oder „Ich bin ja ohne Gaben viel besser als der, ich würde solche Sünden nie begehen“, usw. Wenn du jemals solche Gedanken gehabt hast, dann möchte ich dich jetzt wissen lassen, dass du ein Pharisäer der übelsten Sorte bist und dass Gott dich viel strenger in die Mangel nehmen wird, als den fleischlichen Christen, der seine Gaben in unangemessener Weise ausübt. Diese Art von geistlichem Stolz stinkt so übel, dass sich alle Engel im Himmel die Nase zu halten und Gott bitten, diesem Gestank ein Ende zu bereiten.

Letzten Endes sind diese Haltungen alle falsch, denn sie vergleichen die Frucht des Geistes mit den Gaben und lassen beide gegeneinander antreten. Wie bescheuert das doch ist! Niemand der ein Haus baut, wird sagen: Das Fundament ist besser als das Haus, weil es wichtiger ist, es reicht nur das Fundament zu bauen. Und kein Architekt wird jemals sagen: Das Haus ist besser als das Fundament, weil man darin wohnen kann! Jeder weiss, dass das eine nicht ohne das andere funktioniert. Genauso verhält es sich mit der Liebe und der Frucht des Geistes und den Gaben des Geistes.

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