Freude

Glaubensgrundkurs #17 – Freude am Arbeiten

Wieso gehört dieses Thema in einen Glaubensgrundkurs? Weil Gott sehr oft durch faule Christen verunehrt wird, die zwar fromm reden, aber im Alltag schlechte Arbeiter sind, ihren Arbeitgeber missachten und so dafür sorgen, dass der Name Gottes verlästert wird (1. Tim 6:1).

Gott hat dem Menschen schon vor dem Sündenfall Arbeit im Paradies gegeben (1. Mo 2:15) und es wird auch später “im Himmel” etwas zu tun geben. Aber erst durch den Sündenfall wurde die Arbeit anstrengend und mühsam (1. Mo 3:17-19+23, 1 Mo 5:29), Gott hat einen Fluch ausgesprochen. Jedem, dem die Arbeit keinen Spaß macht und für den Arbeit etwas schreckliches ist, der steht unter diesem Fluch. Bei manchen Menschen ist dieser Fluch sogar noch heftiger, wie zum Beispiel bei Kain: Sie werden arbeiten und sie werden den Lohn der Arbeit nicht genießen können (1. Mo 4:12). Gehört man zu diesen Menschen, die so etwas erleben, so sollte man zuerst meinen Artikel über den “Fluch der Heimatlosigkeit” lesen.

Wie kann Jesus unsere Arbeit “erlösen”, oder anders gesagt, angenehm machen? Ich habe lange für mich selber danach gesucht, denn für mich war Arbeit immer eine schreckliche Pflicht, die ich verabscheute. Diese Einstellung habe ich in der Schule bekommen, ich habe sie mit ins Studium übertragen und letztendlich auf meine Arbeitsstelle. Aber Gott hat mich davon frei gemacht. Mir ist aufgefallen, dass es Menschen gibt, die bestimmte Arbeiten sehr gerne machen, die ich überhaupt nicht gerne mache. Einige lösen gerne komplizierte Probleme, andere ziehen lieber praktische Arbeit vor. Das zeigt, dass es nicht die Arbeit an sich ist, die “schrecklich” ist – sonst würden wir alle das gleiche schrecklich finden. Aber jeder findet andere Arbeiten schrecklich.

Dies liegt vor allem an unserer Einstellung zur Arbeit. Mein Studium war für mich teilweise die Hölle und hat mir kein Spaß gemacht. Mein Referendariat war dagegen – im Gegensatz zu den meisten anderen Lehramtsanwärtern – gar keine schreckliche Erfahrung. Der Hauptgrund dafür war meine Angst. Zu Beginn meines Referendariats fing Gott an, mich darüber zu lehren, wie man von Angst frei wird und ich war im Gehorsam und es hat funktioniert (Mehr dazu gibt es im Artikel “Von Furcht frei werden“). Nachdem ich das gelernt hatte, hat sich viel verändert, aber es war immer noch nicht so, dass die Arbeit mir Freude gemacht hat. Dafür war noch mehr Veränderung nötig.

Das erste, was ich lernte, war dass alles, was ich nicht gewissenhaft erledige, mich früher oder später belasten wird und mir meine Arbeit schrecklich machen wird. Ich bin meinen Vorgesetzten manchmal aus dem Weg gegangen und als mir das bewusst wurde, merkte ich, dass es daran liegt, dass ich meine Aufgaben nicht gewissenhaft erledigt habe, sondern sie immer aufgeschoben habe. Jeder der so etwas tut, ehrt seine Vorgesetzten nicht, macht ihnen dadurch die Arbeit schwer und sollte sich deshalb bei ihnen entschuldigen.

Danach habe ich folgendes gelernt: Meine Einstellung und meine Gedanken, die ich über die Arbeit habe, bestimmen, wie angenehm oder unangenehm ich die Arbeit empfinden werde. Daraufhin beschloss ich, keine negativen Gedanken mehr zuzulassen, bzw. diese gemäß 2. Kor 10:5 gefangen zu nehmen. Gleichzeitig wurde mir bewusst, dass jeder Dienst oder jede Arbeit, die ich “verachte” oder nicht “schätze”, mir unangenehm oder sogar ekelhaft wird. Daraufhin entschloss ich mich, jede Arbeit zu “ehren”. Ich wusste, dass Gott von mir verlangt, jeden Menschen zu ehren. Wenn ich einen Menschen nicht ehre, sondern ihn richte oder verurteile und kritisiere, dann wird der Mensch mir unangenehm. Genauso ist es auch mit Dingen wie Arbeit. Wenn ich die Arbeit nicht schätze oder ehre, dann wird sie mir unangenehm.

Mose ermahnt Korah und seine rebellische Bande, sie waren unzufrieden mit ihrer Arbeit und Gott sagt ihnen durch Mose, warum sie unzufrieden waren: Sie haben den Dienst (die Arbeit), den Gott ihnen gegeben hat, nicht geschätzt, nicht geachtet, sondern verachtet (4. Mo 16:1-11). Eine Herzenshaltung, die jede Arbeit schätzt, ehrt und liebt, und alle negativen Gedanken gefangen nimmt, ist das Geheimnis, was meine Arbeit von dem Fluch erlöst hat. Genau dies steht auch so in der Bibel:

Alle diese Flüche werden über dich kommen, …weil du dem HERRN, deinem Gott, nicht gedient hast mit fröhlichem und gutwilligem Herzen (5. Mo 28:44+47)

Dient dem Herrn mit Freuden, sagt David (Psalm 100:2) und das Wort für “dienen” kann auch genausogut mit “Arbeit” übersetzt werden, es wird in den ersten Kapiteln der Bibel mit “den Acker bebauen” übersetzt. Alles was ihr tut, das tut zur Ehre Gottes, ob ihr esst oder trinkt oder sonst etwas tut, sagt Paulus den Korinthern. Wer mehr zu diesem Thema wissen möchte, sollte sich meine Predigt dazu anschauen.

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Freude

Ein Mensch, der sich zu Gott bekehrt, ist in dem Moment voller Freude – obwohl er Gott noch gar nicht richtig kennt, obwohl er noch eine Menge Sünden hat, die er noch nicht losgeworden ist und obwohl da in seinem Leben noch eine Menge Dinge sind, die erst noch in Ordnung gebracht werden müssen. Trotzdem ist dieser Mensch voller Freude. Viele Christen, die Gott schon viel besser kennen, die Gott auch schon mehr erlebt haben als ein Neubekehrter sind dagegen nicht voller Freude – obwohl wir das neutestamentliche Gebot haben, dass wir uns “allezeit Freuen sollen”. Warum kann ein frischer Christ sich oftmals mehr freuen als ein erfahrener Christ? Das Geheimnis ist einfach: Weil er auf Jesus Christus schaut. Jemand der sich gerade eben bekehrt hat, dessen Blick ist auf Christus und seine Erlösungstat ausgerichtet. Er sieht sein eigenes Versagen nur noch in diesem Licht. Im Laufe der Zeit schafft der Feind es aber, dass wir mit zunehmender Gotteserkenntnis den Blick mehr und mehr auf uns selbst ausrichten. Dadurch verschwindet die Freude, denn die ist bloß ein Nebenprodukt davon, dass wir Christus im Blick haben. Wenn du heute erkennst, dass du an diesem Tag wieder versagt hast, dann musst du eine Entscheidung treffen: Auf wen schaue ich? Auf mein Versagen oder auf den allmächtigen Christus, der für mein Versagen an das Kreuz gegangen ist und der mir in der Vergangenheit schon so oft geholten hat. Auf uns selbst schauen bringt Depression, auf Christus schauen bringt Freude.

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