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Das Ende ist nahe! (Das Ende einer Epoche 1)

Alle Weltanschauungen, Strömungen und Epochen sind irgendwann überholt.

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Ich meine schon länger, dass von der Strömung, die man grob und ungenau unter dem Begriff “Konstruktivismus” einordnen kann, sich das Ende abzeichnet. “Ein Haus, was mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen“, sagt Jesus in Markus 3:25 und es sieht sehr danach aus, dass dieses postmoderne Haus des Konstruktivismus und Relativismus in sich selbst uneins ist.

Paul Boghossian hat schon länger ein Buch veröffentlicht (“Angst vor der Wahrheit – Ein Plädoyer gegen Relativismus und Konstruktivismus”), welches diese Strömung gekonnt widerlegt, in eine ähnliche Kerbe schlägt sein Kollege Thomas Nagel. Einer der größten Kritiker ist die One-Man-Army Jordan Peterson, der keine Gelegenheit auslässt, vor den praktischen Auswirkungen dieser Strömung zu warnen (Link geht zu einem 12-Minuten Video, sehr empfehlenswert!)

Ernsthafte Auswirkungen

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Weitere Geschehnisse wie die Sokal-Affäre und die Grievance Studies (deutscher Link hier) zeigen, dass die Probleme so ernst sind, dass sie unseren gesamten westlichen Wissenschaftsbetrieb bedrohen. Es gibt immer mehr Denker, die dies bemerken und beginnen, diese Strömung zu hinterfragen.

Bevor ich jetzt hier selber lange Erklärungen dazu versuche, poste ich hier lieber eine Sammlung von Artikeln, die sich im weitesten mit dieser Thematik befassen und meine These stützen. Einige Artikel befassen sich direkt mit der Thematik und den philosophischen Ideen, andere fokussieren sich auf die konkreten Auswirkungen dieser Ideen in unserem Alltag. Ich meine, man kann aus allen Artikeln etwas lernen und ich würde mir wünschen, wenn gerade christliche Leiter, Pädagogen, Pastoren und Laienprediger sich mit dieser Thematik vertraut machen würden!

+ “Freiheit ist keine Metapher” von Stefan Laurin
Interessanterweise sind es hier gerade Autoren aus dem linken Spektrum, die sich gegen die Auswüchse der Postmoderne wenden.

UPDATE: Vom selbigen Autor gibt es auch bei novo-argumente einen hervorragenden Artikel zu diesem Thema mit zahlreichen Beispielen.

+ “Diversität zählt mehr als Wahrheit” von Prof. Dr. Alex Meyer
Hier berichtet ein Universitätsprofessor, wie die konkreten Auswirkungen den Wissenschaftsbetrieb verhindern und wie es dazu kommen konnte, dass ein so hohes Gut wie “Wahrheit” im universitären Tagesgeschäft nicht mehr an erster Stelle steht.

+ “Der Pyrrhussieg der Postmodernen” von Klaus Rüdiger Mai
Am Beispiel der Landtagswahl in Bayern erklärt der Autor an konkreten Beispielen die Gefahr der zunehmenden Ideologisierung und den damit einhergehenden Realitätsverlust.

+ “Der Abschied vom Relativismus” von Dr. Johannes Hartl
Dieser Artikel gibt einen hervorragenden philosophischen Einstieg und Überblick für alle Einsteiger, die sich noch nicht mit diesen Themen befasst haben. Der Verfasser erklärt auch sehr gut, warum das Ende dieser Strömung nahe ist. LESETIPP!

+ “Wie der Postmodernismus die Aufklärung abwickelt” von Helen Pluckrose
Dieser Text ist ebenfalls für die geeignet, die tiefer in dies Thema einsteigen möchten. Zusammen mit dem Text von Hartl bekommt man einen sehr guten Überblick über die Ideen und ihre praktischen heutigen Auswirkungen im Alltag. Dieser Text erklärt auch die Vernunftfeindlichkeit und Irrationalität der Postmoderne sehr gut. LESETIPP!

+ “Google’s Insane Campus Is What Happens When You Politicize Everything” von John Daniel Davidson
An diesem Artikel wird deutlich, welche “Nebeneffekte” postmoderne Ideen in der praktischen Umsetzung hervorbringen. Alles wird politisiert und ideologisiert, das Ergebnis ist am Ende nicht mehr Toleranz, sondern Machtkämpfe und Tribalisierung.

+ “How ‘The Abolition of Man’ Destroys the Idols of the Postmodern Age” von Bradley J. Birzer
Der Autor des Artikels zeigt auf, wie C.S.Lewis schon vor 75 Jahren in seinem Buch “Die Abschaffung des Menschen” die Irrtümer der Postmoderne entlarvt.

UPDATE – TEIL 2 FERTIG

Der zweite Teil, in dem ich auf unsere Verantwortung als Christen in dieser besonderen Zeit hinweise, ist bereits fertig:
+ Das Vakuum (Das Ende einer Epoche, Teil 2)

Und zum Schluss noch der passende Soundtrack dazu:

We laugh at honor and are shocked to
Find knives in our backs
We follow those who cheat and steal
Men without chests are making a comeback
Our only compass smashed under our own heels
Reason abandoned to appetites and addicts arms
Shotguns and silence have always been the best of charms

Wake up everyone! it's not too late
To save the remnants of our hearts
So stop giving up our last shot at love
Our only chance to find the meaning of
The beat beneath the blood
–"The Abolition Of Man" by Thrice/Dustin Kensrue

Falls du vergessen hast, das oben verlinkte Peterson-Video anzuschauen:

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Das Zeitalter der Anti-Aufklärung

Wir leben im Zeitalter der Anti-Aufklärung. Bestes Beispiel ist ein Artikel aus der New York Times, wo sie einen Nazi interviewen, einen “Abgehängten aus dem Heartland”, also dem Herzensland der Trump-Wähler. Natürlich ist die Times politisch korrekt geblieben und hat den Nazi auch dementsprechend verbal gekennzeichnet, die Abgrenzung ist den ganzen Artikel hindurch ohne Zweifel, der Nazi wird als böse dargestellt:

We described Mr. Hovater as a bigot, a Nazi sympathizer who posted images on Facebook of a Nazi-like America full of happy white people and swastikas everywhere.

Sich so einen Typen mal aus der Nähe anzuschauen ist eigentlich nicht die schlechteste Idee, wenn man verstehen möchte, warum Trump die Wahlen gewonnen hat und welche Typen ihn da gewählt haben, vor allem angesichts des peinlichen realitätsfernen Wahlkampfes, den Hillary und ihr Team geführt haben (mit völlig abwegigen Fantasiequoten aus dem Demokratenfantasieland). Die Amis wollen ja ihr eigenes Land verstehen, also klärt die New York Times auf, was für zwielichte Typen in diesem Land existieren.

Allerdings bekam die ehrwürdige New York Times wegen dieses Artikels so einen Shitstorm, dass sie sich gezwungen sahen, einen Antwortartikel an ihre Leser zu verfassen. Die Begründung für den Shitstorm:

“Die New York Times würde durch ihre Berichterstattung den Nazi normalisieren, sie solle lieber gar nicht über solche Leute berichten”

Das ist nichts anderes als Anti-Aufklärung! Anstatt uns mit der (zugegebenermaßen traurigen) Realität auseinanderzusetzen, tun wir so, als ob es sie gar nicht gäbe! Man weicht der Realität aus, man fürchtet, die eigene Komfortfilterblase würde platzen, lieber den Kopf in den Sand stecken! Das ist die perfekte Anleitung, um der Realität zu entfliehen und in einer Fantasiewelt zu leben – dann muss man sich auch nicht wundern, dass jemand wie Trump die Wahl gewinnt.

Für mich ist das eins von vielen Indizien dafür, dass wir zunehmend in eine Fake-Welt abgleiten, dass wir die Köpfe vielleicht nicht in den Sand stecken, aber dafür in unsere virtuelle, diskriminationsfreie Safespacewelt, wo alle Menschen gleich sind und jeder zu jedem immer nur nett ist.

Mir ist die Realität lieber und ich werde mich ihr bewusst aussetzen, mit allen ihren Schattenseiten. Wir glauben anscheinend wirklich, dass wir durch Sprache (Schreiben, Sprechen, …) Realitäten schaffen und zum Teil passiert das auch. Aber viele dieser erschaffenen Realitäten sind Traumwelten und Fantasieblasen, die alle platzen werden, wenn sie auf die Wahrheit stoßen.

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Ultimative Realität & Substanz

“Nun, da sie [die anderen Personen] im Licht standen, waren sie durchsichtig. (…) Sie waren in der Tat Schatten, menschgestaltete Flecken auf der Helligkeit der Luft. (…) Ich bemerkte, dass die Grashalme unter ihnen nicht nachgaben: Nicht einmal die Tautropfen ließen sich stören.”[1]

In dem Buch “Die große Scheidung” beschreibt C.S.Lewis die jenseitige Welt als eine Welt, die viel realer ist, als die “reale” diesseitige Welt. Die jenseitige Welt ist so real, dass alles diesseitige im Vergleich “unwirklich” und “wie ein Schatten” vorkommt. Ich finde diesen Gedanken mehr und mehr in der Bibel und vor allem im Neuen Testament wieder: Gott ist die ultimative Realität, Gottes Gegenwart in der “jenseitigen Welt” lässt unsere Welt wie ein “Abziehbild” oder wie ein “Schatten des Wirklichen” erscheinen.

“Dann fand eine geistige Anpassung oder eine Neueinstellung der Augen statt, und ich sah das ganze Phänomen in der Umkehrung. Die Menschen waren, wie sie immer gewesen sind, vielleicht wie alle Menschen, die ich gekannt habe, gewesen sind. Nun war es das Licht, das Gras, die Bäume, die anders waren; aus irgendeinem anderen Stoff gemacht, so viel fester als die Dinge in unserm Land, dass im Vergleich dazu die Menschen Schatten waren.”[1]

Gott ist ultimative Realität, ultimative Bedeutung, Sinn, Prägnanz, Authentizität, Realität, Wahrheit, Sein, das Echte, Substanz – und der Teufel, der eben nicht der duale Gegenspieler ist, sondern nur Parasit, der genauso auf Gottes ultimative Existenz angewiesen ist und von dieser zehrt (diese aber gleichzeitig pervertiert), ist und steht für das Gegenteil: Sinnlosigkeit, Nihilismus, Banalität, Unwirklichkeit, Schein (statt Sein), Schatten, Bedeutungslosigkeit, Substanzlosigkeit.

Analog dazu ist die Kirche dazu berufen “das Fundament und die Säule der Wahrheit” (1. Timotheus 3:15) zu sein – inmitten einer Welt, die zunehmend unrealer, unwirklicher, mehr und mehr “fake” ist und wo der “Schein” mehr zählt als das “Sein”. Dies fängt bei uns an, indem wir schonungslos ehrlich zu uns selbst sind, unsere Schwachheiten nicht mehr verheimlichen, sondern wie König David Lieder über unsere Sünden und unser Versagen schreiben.

Wenn wir Christen uns in diese Richtung bewegen und aufhören, den eigenen Dreck unter den Teppich zu kehren, dann werden wir in dieser diesseitigen Scheinwelt ein umso helleres Licht sein. Dies ist die Realität, die gerade der evangelikalen Bewegung größtenteils völlig abhanden gekommen ist (und die sich dann nicht wundern muss, dass mehr und mehr ihrer eigenen Kinder ihr den Rücken kehren und ihre Sinnsuche woanders fortsetzen).

“Denn Abraham wartete auf die Stadt, welche feste Fundamente hat, deren Baumeister und Schöpfer Gott ist” – Hebräer 11:10

Zitiert aus: 
1) Die große Scheidung, C.S.Lewis, S.31
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Adam Curtis – Hypernormalisation

We are living in a world, that gets more and more unreal and fake.

Adam Curtis shows in his documentary, how people cope with this fake life and how we adjust to the unreal world without realising it.

Deutsch: Wer noch nie den Namen Adam Curtis gehört hat, der hat jetzt Gelegenheit, das nachzuholen. Curtis ist ein Dokumentarfilmer, dessen Filmen hauptsächlich aus BBC-Archivmaterial bestehen, welche mit schräger Musik unterlegt sind und zu denen Adam Curtis als Erzähler seine Geschichten erzählt. Das ganze ist manchmal auch ein bisschen gaga, aber seine These, die er in seinem neuesten Werk plausibel darstellt, ist jeden Gedanken wert.

Wir leben in einer Welt, die zunehmend mehr “fake” und unecht ist. Wir fliehen uns in diese unechten Welten hinein, weil die Komplexitäten des Alltags uns zu sehr verwirren und wir uns nach einfachen Narrativen sehnen. Gleichzeitig haben wir ein Gefühl der Passivität und Gleichgültigkeit, denn wir glauben nicht wirklich, dass unsere Entscheidungen einen Einfluss haben. Meiner Meinung nach sehens- und bedenkenswert. Hier ist eine Seite, auf der man seinen neuesten Film sehen kann:

+ Watch Hypernormalisation by Adam Curtis
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