Glaubensgrundkurs #9 – DER LEIB CHRISTI

Ekklesiologie ist eine einfache Sache und leicht zu verstehen, es sei denn man hat den Kopf voll mit Theologie, äh Gift. 99,9% der Menschen lesen die Bibel eher als Bestätigung für bereits bestehende Denkstrukturen (Paulus nennt das dämonische Festungen, da soll mir mal einer vorrwerfen, ich hätte eine direkte Ausdrucksweise…), anstatt um sich vom Wort Gottes überführen zu lassen und es wortwörtlich zu nehmen. Überall da, wo das Wort Gottes nicht mit unserer Erfahrung und Denkweise übereinstimmt, sollten wir besonders aufmerksam lesen, das beim Wort nehmen und unsere Denkweise ändern und Buße tun für unsere falsche Denkweise.

Ein Beispiel ist die Ekklesiologie, auf deutsch “die Lehre von der Gemeinde”. Irgendwie hat sich im evangelikalen Raum die “Lehre von den zwei Gemeinden” eingeschlichen. Da gibt es die eine universale Gemeinde, in der sich alle Gläubigen befinden, ein mystischer und unsichtbarer Leib, der keine wirkliche Bedeutung hat und zum anderen gibt es die Ortsgemeinden, wo all die “christliche Action” stattfindet. Eine Ortsgemeinde ist dann die sichtbare Gemeinde. Ortsgemeinden gibt es viele verschiedene, viele Konfessionen und Denominationen. Meiner Meinung nach ist das Blödsinn und nirgends in der Bibel zu finden. In der Bibel wird die “Gemeinde (Ekklesia) am Ort XY” erwähnt. Dabei bedeutet “ekklesia” die “Herausgerufenen” – das ist im deutschen schwer mit einem passenden Begriff zu übersetzen. Wenn Paulus einen Brief an “die Gemeinde in Ephesus” geschrieben hat, so galt der Brief nicht den Christen, die sich am Tag X in Gebäude/Haus Y getroffen haben. Er galt ALLEN Christen in der Gegend. Allen, die von Christus aus der Welt herausgeholt wurden und jetzt in das Reich des Sohnes versetzt sind – und sich in dem einen Leib Christi befinden…

Paulus schreibt, dass es nur EINE Gemeinde gibt. Eine einzige. Es gibt nicht viele verschiedene Gemeinden, es gibt viele Gläubige, aber nur ein einzigen Leib (Röm 12:5, 1. Kor 10:17, 1. Kor 12:12-14, Eph 4:4-6). Es gibt nur einen Leib, und überall wo Christen sich in Jesu Namen versammeln, da wird dieser Leib sichtbar:

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Mat 18:20)

Das ist übrigens keine neue Erkenntnis, schon die Brüderbewegung mit Darby hatte diese Erkenntnis (und vor ihm viele andere Christen). Aus diesem Grund wird in der Elberfelder Übersetzung “ekklesia” nicht mit “Gemeinde” übersetzt, sondern mit dem Begriff “Versammlung”. So viele seltsame Lehren Darby auch ins Christentum hineingebracht hat, dies war eine Wahrheit, die Gott ihm offenbart hatte.

Wenn wir jetzt hinausgehen und eine Gemeinde “gründen”, so ist das theologisch völliger Schwachsinn, denn wir können keine neue Gemeinde gründen, da es nur eine gültige gibt, nämlich die, die Jesus vor 2000 Jahren gegründet hat. Jeder der Christus nachfolgt und sich selbst verleugnet, der ist automatisch in dieser Gemeinde (Eine Taufe in eine Ortsgemeinde hinein ist ebenso nicht in der Bibel zu finden, sondern pure Tradition und Rechtfertigung unser falschen Ekklesiologie). Man wird in den einen Leib hineingetauft (1. Kor 12:12-14), nicht in einen Ort oder in eine Versammlung. Das sagt die Bibel. Es ist nicht notwendig, eine Gemeinde zu gründen, es reicht, wenn man sich mit Christen versammelt und Jesu Gegenwart dann diese Versammlung bestätigt. Jesus sagte einmal zu seinen Eltern:

Wisset ihr nicht, daß ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? (Lk 2:49)

Wenn unser Zusammenkommen den Leib Christi repräsentiert, dann muss Jesus da sein. Wenn Jesus nicht da ist, dann sollten wir uns fragen, was ihn davon abhält uns zu besuchen. Könnte es sein, dass wir nicht seinen Leib repräsentieren, sondern eine bestimmte Denomination, Konfession, ein bestimmtes Glaubensbekenntnis, usw? Sind wir nur ein Verein von theologisch Gleichdenkenden? Oder sind wir ein Haufen erretteter Sünder? Was vereint uns, die Lehre oder das Erlösungswerk Christi am Kreuz? Wenn uns irgendetwas anderes zusammenbringt als das Erlösungswerk am Kreuz, so repräsentiert unsere Versammlung nicht den EINEN Leib Christi. Schlimmer noch, wenn wir Menschen in unserer Versammlung abweisen (zB aufgrund von Lehrmeinungen), die Jesus aber angenommen hat, so sind wir eine Sekte.

Wir sitzen mit allen wiedergeborenen in einem Boot. Wenn wir dieses Verständnis nicht haben, werden wir niemals echte Gemeinde erleben. Wir werden uns immer über andere Christen erheben. Wenn andere Christen falschen Lehren nachjagen, dann werden wir mit dem Finger auf sie zeigen oder vor ihnen warnen, anstatt zu erkennen, dass der ganze Leib mitleidet, wenn ein Glied Blödsinn macht. Wenn jemand sich den Arm bricht, kommt die ganze Person ins Krankenhaus, nicht bloß der Arm, weil der Arm mit dem Leib verbunden ist. Genauso wenn ein Christ sündigt, so beeinträchtigt das den ganzen Leib. Wenn ein anderer Christ auf den, der gesündigt hat, mit Fingern zeigt, so offenbart er bloß, dass er nicht verstanden hat, dass es nur einen Leib, nur eine Gemeinde gibt.

Wenn jemand über andere Christen (andere Denominationen, Konfessionen, usw) herzieht, lästert, richtet oder abfällig redet, so redet er über den einen Leib schlecht. Er offenbart dadurch nur, dass er nicht verstanden hat, dass der Leib EINER ist, dass er mit den Christen, über die er herzieht in einem Boot sitzt. Menschen die dies nicht verstehen sind Spalter. Allein durch ihre Herzenshaltung errichten sie eine innerliche Barriere gegen andere Christen. Das ist total fleischlich. Das wir nicht abfällig reden, bedeutet nicht, dass wir alles gutheißen, was andere Christen tun, überhaupt nicht. Es gibt nur einen Leib, nur eine Gemeinde und überall wo sich Christen im Namen Jesu (und Name bedeutet in der Bibel “Charakter”) versammeln, da wird diese eine Gemeinde sichtbar.

10 comments

Die eklesia ist das angebrochene Reich Gottes auf Erden in der König Jesus regiert. Sie ist eine Armee die dem Fürsten dieser Welt den Krieg erklärt hat und bis in ihren letzten Atemzügen den Namen Jesus auf ihren Lippen hat. Die eklesia sind dumme, schwache und elende, die nichts von sich halten. Aber sie wissen um ihrer Erwählung, den Mächten und Gewalten der Himmelwelten Gottes Weisheit zu demonstrieren. Die eklesia wandelt nicht nach dem Rat von gottlosen Gelehrten, sondern vertraut alleine auf das Wort Gottes wie ein naives Kind seinem Vater vertraut. Die eklesia hat nur ein Leben und das ist Christus allein! Und sie sterben tagtäglich Tode indem sie ihren Stolz zutiefst hassen und es lieben sich zu demütigen. In allem wollen sie da sein wo ihr Geliebter ist und können es kaum erwarten bis er kommt. Sie rufen ihm zu KOMM KOMM, bitte KOMM BALD, denn diese Welt mit all ihren Attraktionen ist Dreck in ihren Augen. Jede Zeitbeschäftigung die nicht dem König Jesus ehre bringt ist für sie verlorene Zeit. Die eklesias ist schlichtweg verzehrt von einer Leidenschaftlichen Liebe zu ihrem Bräutigam und bereitet sich durch die Absonderung dieser Welt, die Erneuerung durch das Wort und die tägliche Reinigung durch das Blut auf ihre bevorstehende Hochzeit vor. Alles was sie will ist Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist von ganzem Herzen zu lieben und den nächsten wie sich selbst und sie tut es auch.

Hi!

Danke für Deine Gedanken. Kann sie gut nachvollziehen.
Mir geht es z.B. ähnlich mit dem Begriff “Gottesdienst”. Der soll für Christen jeden Tag sein und nicht nur am Sonntag.
Deswegen verstehe ich Deine Bedenken wegen des Wortes “Gemeindegründung”.
Es gibt nur eine Gemeinde Jesu. Die ist schon da und die kann kein Mensch gründen.

Dennoch gibt es verschiedene Facetten der Gemeinde.
Erst einmal egal, wie die sich darstellt. Erst einmal egal, wie die sich organisiert.
Wenn ich z.B. an die frühe Christenheit in Jerusalem denke, dann sehen wir, dass Tausende, vielleicht über 10.000 in den ersten Wochen zum Glauben an Jesus Christus kamen. Aber sie passten nicht alle in ein Wohnzimmer oder konnten alle gleichzeitig im Tempel sein. Für Petrus & Co musste es unmöglich sein, jeden Gläubigen zu kennen und persönlich zu begleiten. So gab es dann also die Treffen im Haus von verschiedenen Christen. Manche trafen sich bei X, andere bei Y. Wahrscheinlich verliefen diese Treffen auch unterschiedlich. Man sagte nicht: “Ich gehe zur “FeG Breite Straße” oder zur “Landeskirche am Platz”.”
Aber man sagte sicherlich: “Ich gehe zum Treffen bei Silas und Susanne”. Und ein andere sagte vielleicht: “Ich gehe zum Treffen bei Johannes.”
Das musste nichts Trennendes an sich haben, sondern war eine rein organisatorische Angelegenheit.

Wenn Paulus dann in manche Städte zog, dann waren manchmal andere Christen mit ihm. Manche blieben dort eine Weile und suchten den Kontakt zu Nichtchristen. An diesen Orten entstand ein weiteres Treffen von Christen.
Oder eben auch eine Gemeinde. Deshalb schreibt Paulus manchmal auch “der Gemeinde in ihrem Haus” oder “an die Gemeinde in XY” oder “an die Gemeinden im Gebiet XY”.
Wenn er aber von einer Vielzahl von Gemeinden schreibt (z.B. in Gal 1,2), dann verneint er damit ja nicht die “universelle” Gemeinde an sich – aber er wird konkreter.

Und ob wir dann von “Versammlungen” reden oder von “Gemeinden” ist wahrscheinlich nicht das Ausschlaggebende, sondern vielmehr das, was wir damit verstehen und wie wir es anwenden.

Denn am wichtigsten ist wohl das, was Du dann auch schreibst:
Wenn ich anfange, über “die” Landeskirchler zu lästern oder “die” Pfingstler schlecht mache, dann rede ich immer über den Leib Jesu und Seine Gemeinde – egal, wie sich Christen an den Orten organisieren.

Viel Segen für Dich!
Dirk

Hast Du wunderbar formuliert und m.E. auch “schriftgemäss” deutlich gemacht. Ja, ja, auch Gruppenleiter sehen nicht alles richtig…

Gemeinde im Sinne von den Herausgerufenen sind Menschen die nicht mehr von der Welt sind. Insofern sind die Herausgerufenen abgesonderte Menschen. Wenn Gemeinden sich Baptisten, Mennoniten oder Pflingstler nennen das weil sie sich durch eine bestimmte Lehre von anderen Gemeinden absondern. Doch zu einer solchen Absonderung sind wir Jünger Jesu nicht berufen. Wie auch immer sich Menschen bennen, Christus selbst hat sich nach uns benannt indem der sagt das wir sein Körper sind. Wenn es eine Berufung gibt, die wir als die Gemeinde haben, dann ist es so zu werden wie unser Herr Jesus Christus. Lasst uns alle besterbt sein zu werden wie er ist. Amen

… ein bisschen fehlt mir in diesem post die “reimersche denke” über gemeinde. einfach mal nach “johannes reimer” und “gemeinde” googlen und sich eine predigt anhören : )

Bei googel findet man bei Johannes so alles mögliche unter Gemeinde. Hast du da eine bestimmte Predigt im Sinn?

@ Ano
Ich habe eigentlich alle Predigten von Johannes gehört, schließlich bin ich der Webmaster von erweckt.de, der einzigen Seite im Netz wo alle Predigten von Johannes gehortet sind.
Zur “reimerschen Denke” kann ich dir nur sagen, dass sie mich herzlich wenig interessiert, so sehr ich Johannes als Bruder auch schätze. Dafür kann der gute Dr. Reimer aber nichts, denn mich interessiert nur die “biblische Denke” über Gemeinde. Und die habe ich hier versucht so einfach und knapp wie möglich wiederzugeben.

Hallo. Wie ich es verstanden habe, wird es hier gemeint egal wie sich die Christen nennen oder egal zu welcher Konfession die gehoeren, sind sie doch von Gott und in Seinem Name versammelt.Auch die,die sich an falsche Lehre halten und es verbreiten. Meint ihr wirklich dass der Herr dabei ist? Es kommt doch leicht zu den Gedanken, dass alle Wege in den Himmel fuehren. Dennkt mal nach ueber enge Pforte und den schmalen Weg. Oder so – wie kann ich einen Goetzendiener als bruder nennen, wenn Gott seine Werke hasst? bin kein Richter aber die Worte des Herrns ist auch heute noch laut :”Meine Schaffe hoeren meine Stimme und laufen mir nach. Sollten wir nicht vorsichtiger sein bevor wir alle als Kindergottes bezeichnen?

Nein, du hast es glaube ich nicht ganz verstanden – zumindestens hatte ich es nicht so gemeint. Wer ein Christ ist und wer kein Christ ist weiß nur eine einzige Person auf der Erde: Der Heilige Geist. Er ist laut der Bibel der Einzige, der uns das Zeugnis geben kann, dass wir Gottes Kinder sind. Ob sich jemand Christ nennt, oder als Christ sieht (aus welchem Grund auch immer), das heißt gar noch gar nichts. Der einzig sichtbare Beweis ist die Lebensveränderung. wenn die nicht da ist, darf das Christsein meiner Meinung nach angezweifelt werden. Ich weiß letzten Endes nicht, ob irgendein dahergelaufener “Bruder” ein echter Christ ist oder nicht. Wenn ich ihn dagegen kennenlerne, wird sich das zeigen. Wir sollten definitiv vorsichtiger sein, wen wir als Kinder Gottes bezeichnen – wir können ihnen nicht ins Herz gucken, wir können nur ihr leben sehen. Wenn ihr Leben keine Beweise zeigt, sollten wir vorsichtig sein. Ich bin überzeugt, dass in den meisten baptistischen, mennonitischen, brüdergemeindlichen, pfingstgemeinde und charismatischen gemeinden höchstens 50-60% wirklich wiedergeboren ist.

Wenn sich dann aber doch zeigt, dass er wirklich ein Kind Gottes ist, dann muss ich das auch anerkennen, selbst wenn er in bestimmten Dingen anderer Meinung ist als ich. Es kann sein, dass er eine ganz andere Auffassung über die Entrückung hat als ich – und vielleicht ist er auch wirklich falsch. Trotzdem kann ich ihm seine Wiedergeburt nicht absprechen. Ich kann mit ihm sogar Gemeinschaft haben, oobwohl ich in der Entrückungsfrage gar nicht mit ihm übereinstimme. Nur weil ich jemanden als christ anerkenne, heisst das noch lange nicht, dass ich allem zustimme, was er so denkt.

Die Wiedergeburt geschieht laut der Bibel im Geist und im Herzen und nicht im Verstand. Deswegen kann es sein, dass Menschen komische Ansichten haben, die falsch sind, aber im Herzen trotzdem wiedergeboren sind. Der Verstand muss nach und nach in den Gehorsam Christi gebracht werden und erneuert werden. Das kann Jahre dauern. Trotzdem ist er ein Christ, selbst wenn er voller falscher Lehren ist. Nur weil ich ihn als Bruder liebe, heisst das noch lange nicht, dass ich allem zustimme. Wenn ich meine Brüder nicht liebe, bleibe ich im Tod (1. joh 3:14)

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