Mein Senf zum Korintherbrief, Teil 12

einem anderen aber Unterscheidung der Geister; (1. Kor 12:10)

Gerade in der Endzeit werden viele Menschen auf Lehren der Dämonen (1. Tim 4:1) hören, das bedeutet, sie werden nicht einfach nur die falschen Auslegungen des Wortes Gottes glauben, sondern auch Lehren, die direkt von anderen Geistern stammen. Häufig entsteht eine falsche Lehre dadurch, dass der Prediger Gottes Wort mit seinen Ansichten vermischt, mit seiner Erfahrung und seinen Werten. Dadurch ist eine falsche Lehre noch nicht dämonisch, sie ist einfach fleischlich, denn ihr Ursprung ist der alte Adam, meistens der nicht erneuerte Verstand des Menschen. Es wird in der Endzeit aber vermehrt Lehren geben, die direkt aus der Hölle kommen, und diese sind noch fataler. Sie sind erstens schwieriger zu durchschauen, da sie oft einen Schein von Frömmigkeit haben, indem sie zum Beispiel eine gewisse Strenge oder Enthaltsamkeit gebieten. So ist zum Beispiel das Zölibat so eine Lehre, die von den Dämonen kommt, Paulus erwähnt dies direkt im nächsten Vers:

Sie verbieten zu heiraten, und gebieten, sich von Speisen zu enthalten,… (1 Tim 4:3)

Um dies zu erkennen, da braucht es die Gabe der Geisterunterscheidung. Denn wer ahnt schon, dass hinter einem harmlos klingenden Verbot wie nicht zu heiraten ein dämonischer Einfluss dahinter steckt? Gerade unter den konservativeren Christen gibt es viele solcher Verbote, die nach außen hin eine sehr fromm erscheinen, aber in Wirklichkeit sind es Lehren von Dämonen, und um diese zu entlarven, bedarf es der Kraft des Heiligen Geistes. Dies ist natürlich nur ein Beispiel für die Aktivitäten der dämonischen Geister, es gibt noch viele weitere Situationen, wo diese Gabe benötigt wird. Jesus erwidert Petrus: Weiche hinter mich Satan, denn er erkannte, was hinter dem Wunsch des Petrus, der Herr solle doch nicht leiden, steckte. In Apostelgeschichte gab es auch diese Wahrsagerin, die hinter Paulus herlief und schrie: Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Höchsten, die euch den Weg des Heils verkündigen (Apg 16:17). Paulus erkannte durch die Gabe der Unterscheidung, dass hinter dieser absolut richtigen Aussage dämonische Geister steckten, und befahl ihnen auszufahren (Apg 16:18). Dieses Beispiel zeigt uns, dass die Gabe der Unterscheidung absolut übernatürlich und durch den Geist gewirkt ist, denn allein an den Worten, die ausgesprochen wurden, konnte man nichts dämonisches erkennen. Hier geschah die Unterscheidung der Geister nicht indem Paulus die Aussage auf ihre theologische Richtigkeit prüfte, denn theologisch richtig war sie auf jeden Fall. Dies alarmiert uns und zeigt uns, wie dringend wir diese Gabe in unseren Gemeinden benötigen. Wenn wir denken, solange wir die richtigen Worte und die richtigen Inhalte predigen, können wir nicht vom richtigen Glauben abfallen, so haben wir uns gewaltig getäuscht. Hinter den korrektesten Predigten können unreine Geister stecken – und wir werden es niemals herausfinden, wenn wir nicht unter die Herrschaft des Heiligen Geistes kommen und die Gabe der Unterscheidung bei uns wirksam wird. Eine Gemeinde, die auf diese Gabe verzichtet, oder die diese Gabe mit der verstandesmäßigen Überprüfung von theologischen Aussagen verwechselt, wird in der Endzeit nicht standhalten können.

…einem anderen aber Arten von Sprachen,… (1. Kor 12:10)

Auch hier steht die Mehrzahl Arten von Sprachen, was darauf hinweist, dass es verschiedene Arten von Sprachen gibt, die der Geist Gottes gibt. Würde es nur eine richtige Art von Sprachenrede geben, so müsste diese Gabe nicht in der Mehrzahl stehen. Daher fällt die Sprachenrede von Pfingsten, wo die Jünger in ihrer eigenen Sprache reden, aber jeder Zuhörer es in seiner Muttersprache aufnimmt, genauso unter diese Gabe, wie das Sprachenreden in der Gemeinde zu Korinth, über das Paulus im 14. Kapitel schreibt: Wer in Sprachen redet, der redet nicht zu Menschen, sondern zu Gott, denn niemand versteht es, im Geistes aber redet er Geheimnisse (1. Kor 14:2). Das Sprachenreden zu Pfingsten geschah eindeutig zu den Menschen, das Sprachenreden von dem Paulus in 1. Korinther 14 schreibt, geschieht nicht zu Menschen, sondern ist ausschließlich für Gott und niemand versteht es (1. Kor 14:2). So finden wir mindestens diese zwei Arten von Sprachenrede im Neuen Testament. Wir können nicht mit Gewißheit sagen, ob es noch weitere Arten von Sprachen gibt (Vgl. den paulinischen Ausdruck in 1. Kor 13:1 Wenn ich aber in Sprachen der Menschen und Sprachen der Engel redete...), und es macht auch nicht viel Sinn, darüber zu spekulieren, in welcher Sprache der Sprachenbegabte Geheimnisse zu Gott redet, ob es jetzt eine irdische Sprache ist oder eben nicht, denn es steht ganz klar geschrieben: niemand versteht es, denn er redet Geheimnisse zu Gott (1. Kor 14:2). Wenn in der Bibel niemand steht, dann ist das keine bloße Rethorik, sondern Gott gibt uns zu verstehen, dass nicht einmal der Teufel unser Gebet verstehen kann. Dies ist ein großer Segen, denn so kann er unsere Gebete nicht angreifen, unser menschlicher Geist steht durch das Gebet in einer unbekannten Sprache im direkten Kontakt zu Gott, er muss nicht den Umweg über die Seele d.h. unseren Verstand, unser Wille und unser Gefühl) nehmen und wird daher auch nicht verfälscht. Da hier menschlicher Geist mit göttlichem Geist in direktem Kontakt stehen, hat dies zur Folge, dass wir das Gesprochene selber nicht verstehen, da eben durch den direkten Kontakt der Verstand nicht beteiligt ist. Daher schreibt Paulus:

Denn wenn ich in einer Sprache bete, so betet mein Geist, aber mein Verstand ist ohne Frucht. (1. Kor 14:14)

Hier sagt Paulus nocheinmal deutlich, dass die Gnadengabe der Sprachenrede den Geist des Menschen zum direkten Kontakt mit Gott befähigt, ohne den Umweg über den Verstand zu nehmen. Dies ist das Entscheidende an der Gabe, wenn sie denn in der Art von 1. Korinther 14 gegeben wurde, wir wollen nicht vergessen, dass es verschiedene Arten von Sprachen (1. Kor 12:10) gibt. Auch für diese Gabe gibt es viele Zeugnisse in der Kirchengeschichte, aber darauf werde ich speziell im 14. Kapitel eingehen. Viele Zeugnisse für beide Arten von Sprachen (sowohl Apg. 2 als auch 1. Kor 14 finden sich unter anderem in den Büchern von Detmar Scheunemann und Petrus Octavianus (die haben keinen pfingstlichen oder charismatischen Hintergrund, sondern sind evanglisch-lutherisch geprägt). Von Watchman Nee wissen wir ebenfalls, dass er die Christen dazu ermutigte, nach dieser Gabe zu streben (Siehe dazu die zwei Biografien über ihn: “Gegen den Strom” von Angus Kinnear und “Ein Seher Gottes…” (? Kenne den genauen Titel nicht ?) von Witness Lee).

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