Mein Senf zum Korintherbrief, Teil 10

Einem anderen aber Wunderwirkungen,… (1. Kor 12:10)

Hier steht ebenso der Plural, es lässt vermuten, dass jemand der diese Gabe hat nicht immer dasselbe Wunder wirkt, sondern verschiedene Wunder, so wie der Herr Jesus auch verschiedene Wunder gewirkt hat. Von dieser Gabe steht ebenfalls nirgendswo geschrieben, dass sie aufhören wird, im Gegenteil, Jesus verheisst den Gläubigen, dass die Wunder ihnen nachfolgen werden, und dass sie sogar größeres vollbringen werden als er getan hat. Bei diesen Versen sagt Jesus auch noch, für wen sie gelten, weil er wahrscheinlich wußte, dass die Christen der westlichen Welt ein Problem damit haben werden:

Diese Zeichen werden denen folgen, die glauben
(Markus 16).

Hier steht nicht, die Zeichen werden den Zwölfen folgen (Im Gegensatz dazu hat Jesus immer extra betont, wenn etwas nur für die Zwölf galt, z. B. das Sitzen auf den Thronen). Hier steht aber: denen die glauben – und jeder, der an die Inspiration der Heiligen Schrift glaubt, muss zugeben, dass das alle Christen miteinschließt. Wir sehen dies ja auch in der Apostelgeschichte, wo wir von Philippus und anderen lesen, die nicht zu den Zwölfen gehörten, aber trotzdem diese Gabe besaßen. Wir wissen aus der Heiligen Schrift, dass diese Wunder nicht immer nur positive Wunder waren, sondern dass es auch Strafwunder (Blindheit, Krankheit, Tod, usw) gab. Gerade diese Strafwunder hatten zur Folge, dass die Furcht Gottes in gewaltigem Maße anstieg und dass die Menschen eine Ahnung von Gottes Heiligkeit und auch von seiner Herrlichkeit bekamen.

Von der Missionsgesellschaft Gospel for Asia (die viel glaubwürdiger und nüchterner sind, als die meisten Missionsgesellschaften, und die vor allem keine charismatische Missionsgesellschaft sind) wissen wir aus den monatlichen Berichten, dass beinahe jeder Evangelisation ein Wunder vorausging, dass die Ungläubigen davon überzeugte, dass hier eine Kraft am Werk ist, die stärker ist, als jede dämonische Kraft. Das ist nämlich einer der Hauptgründe für diese Gabe: Sie soll der Welt Gottes Auferstehungskraft demonstrieren, so dass keiner Zweifel hat, dass hier der allmächtige Gott am Werk ist, der nicht nur Heilungswunder oder andere Wunder vollbringen kann, sondern der tatsächlich Menschen verwandeln kann, Sünden wegnehmen kann und uns aus der Macht Satans befreien kann. Wieso sollte der Teufel seine Kraft und Wunder demonstrieren und Gott nicht? Wäre das nicht unlogisch? Gott ist viel stärker, jeder Christ weiß dies, oder gibt vor dies zu wissen und zu glauben. Wieso fällt es uns da so schwer, an diese Gabe zu glauben? Weil wir uns nach unser persönlichen Erfahrung richten und nicht nach dem Wort Gottes. Gerade hier zeigt sich, wie weit die Bibelkritik schon in unseren Köpfen fortgeschritten ist.

Jedoch müssen wir nicht immer in ferne exotische Länder ausweichen, um von diesen Gaben zu berichten. Selbst hier bei uns in Deutschland gab und gibt es diese Dinge. Da wären zum Beispiel Männer Gottes wie Blumhardt in Möttlingen, Johannes Seitz in Teichwolframsdorf, Dorothea Trudel und Samuel Zeller in Männedorf. Dies sind alles Männer, die in ihren Biografien und Büchern diese Gnadengaben bezeugen und das zu einer Zeit, als es noch keine Pfingstler oder Charismatiker gab. Es gibt noch viele unzählige weitere Beispiele, wie zum Beispiel den Baptistenprediger Bernhard Götze in Warschau, oder Gustav Knak, die Lieder dieser Männer und Frauen Gottes stehen heute in beinahe jedem evangelischen oder freikirchlichen Gesangbuch.

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