Es gibt zwei Seiten des Evangeliums: Buße und Glaube. Ich tue Buße, weil ich erkenne, dass “in mir gar nichts Gutes ist” (Römer 7) und weil mein Herz “überaus bösartig und verführerisch” ist (Jeremia 17:9). Dann beginne ich zu Glauben, dass Jesus jetzt “mein Leben” ist (Galater 2:19-20) und ich diese neue Identität im Glauben lebe.

Wenn man aber jahrelang nur die Betonung auf eine Seite legt, dann kann es sein, dass die Balance fehlt und die andere Seite zu kurz kommt. Manchmal werden auch beide Seiten gegeneinander ausgespielt. Ich habe gemerkt, dass ich in den letzten Jahren sehr viel über das menschliche Herz gehört und gelernt habe, aber sehr wenig über meine neue Identität gehört und gelernt habe.

Das hat dazu geführt, dass ich meine Identität aus der Lehre über das menschliche Herz gezogen habe (Das Futter, welches wir zu uns nehmen, beeinflusst unsere Identität): Ich habe mich hauptsächlich als einen Menschen gesehen, der wahrscheinlich verführt ist und in sich noch eine Menge böser Dinge trägt, von denen ich selber nichts weiß, die aber alle irgendwann herauskommen werden – und dann werde ich Buße tun und meine Beziehung zu Gott wird dann hoffentlich besser werden, da ich ja “reiner” geworden bin.

Das ist aber falsch! Wenn ich wiedergeboren bin, ist Christus meine Identität. Ich leugne zwar nicht, dass da noch die alte Natur ist (das macht Paulus auch nicht), aber ich weigere mich, meine alte und böse Natur zu meiner Identität zu machen. Paulus selber sagt:

“Jetzt aber vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt. … Denn ich tue nicht das Gute, sondern das Böse, das ich nicht will, das verübe ich. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.” (Römer 7:20)

Paulus leugnet nicht, dass da noch Dinge sind, die nicht gut sind, aber er weigert sich, sich damit – mit dieser alten Natur – zu identifizieren:

1) Das bin nicht mehr ich!
2) Das was ich tue, darf nicht meine Identität bestimmen!

Ich identifiziere mich ab jetzt mit Christus: Er ist mein Leben und die Hoffnung auf Herrlichkeit in meinem Leben. Was er am Kreuz vollbracht hat, das ist meine neue Identität:

1) Ich bin versöhnt mit Gott
2) Ich habe Frieden mit Gott
3) ich bin gerecht vor Gott
4) Gott liebt mich und mag mich deswegen unabhängig davon was ich tue
5) Ich bin sein Kind
6) Ich habe freien und ständigen Zugang zum Vater

Diese Identität hängt nur davon ab, was Christus getan hat und nicht davon, was ich tue. Ich darf mich nicht mehr mit meinem bösen menschlichen Herz identifizieren.

Johannes gibt uns zwei Gründe, warum wir als Christen uns reinigen wollen:

Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes…wir werden ihm gleichgestaltet sein, wir werden ihn sehen, wie er ist…und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich, gleichwie er rein ist (1.Joh 3:2-3)

Ich reinige mich, weil er rein ist und ich reinige mich, weil ich ihm gleich sein werde. Ich reinige mich nicht, damit ich sein Kind sein kann, denn Johannes sagt “Wir sind jetzt schon Kinder Gottes!”

Ich reinige mich auch nicht, um ihm zu gefallen, oder um Zugang zum Vater zu bekommen – das habe ich bereits längst durch Jesus. Ich reinige mich nicht, um angenommen zu sein, oder um gerecht vor ihm stehen zu können – auch das habe bereits durch Jesu Tod (Römer 5:1-2, Röm 5:9, Röm 5:19, Eph 2:18). Niemals darf dies unser Motiv für Reinigung, Buße oder Selbstverleugnung werden. Wenn das passiert, dann untergrabe ich das Fundament, welches Jesus am Kreuz gelegt hat: Es ist vollbracht!

Dieses “Buße-tun-damit-ich-mich-wieder-gut-fühle” ist total eklig und selbstgerecht.

Wenn wir gesündigt haben, fühlen wir uns schlecht vor Gott. Nachdem wir unser Versagen erkannt haben, haben wir aber kein Recht, uns schlecht zu fühlen. Uns ist vergeben, wir sind angenommen und wir haben Zugang zu Vater – oder Jesus ist umsonst gestorben!

Wir werden sein wie Jesus und Jesus ist durch und durch rein – er nennt sich selbst “der erste von vielen Brüdern”. Wenn wir erst einmal sehen, wie er wirklich ist, dan WOLLEN wir auch so sein wie er, und wir brauchen niemanden, der uns motiviert oder uns in den Hintern tritt oder uns droht oder Angst macht. Wir wollen es, weil wir Jesus gesehen haben!

Eine bekannte Anweisung für Christen lautet

“seid als neugeborene Kinde begierig nach der unerfälschten Milch des Wortes, damit ihr durch sie heranwachst”(1.Petrus 2:2)

Das hat wohl jeder sinngemäß schon einmal zu hören bekommen: Man soll fleissig das Wort Gottes lesen, damit man im Gauben wächst. Die Sache hat aber einen Haken, eine Voraussetzung, eine Bedingung, die Petrus im nächsten Vers erwähnt:

…damit ihr durch sie heranwachst, wenn ihr wirklich geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist (1.Petrus 2:3)

Wenn ich die Freundlichkeit des Herrn nicht geschmeckt habe, kann ich noch so viel die Bibel lesen oder studieren, da fehlt etwas zu meinem Wachstum. Ich werde ein kritischer Christ, der überall Fehler sieht, oder ich werde ein Christ, dem immer auffällt, was andere alles noch tun müssen, wo andere falsch sind und ich sehe, wo die anderen ungeistlich sind.

Wenn ich die Freundlichkeit Gottes nicht geschmeckt habe, kann ich andererseits auch zu einem Christ werden, der sich ständig selbst verdammt, immer bei sich selber sieht, was noch fehlt, was man alles noch tun muss, um eine gute Beziehung mit Gott zu haben, wo man selber noch Befreiung braucht und man hat nie das Gefühl, endlich angekommen zu sein und sich die Segnungen Gottes verdienen zu müssen.

Ich werde zu einem “Christen”, der in allen Möglichkeiten immer die Schwierigkeiten und Probleme sieht, anstatt dass er die Möglichkeiten in den Schwierigkeiten erkennt.

Wenn ich die Freundlichkeit Gottes nicht kenne, ist mein Wachstum gehemmt. Die Freundlichkeit Gottes wird mir in Bezug zu mir selbst fehlen (ich sehe meine Defizite) und in den Beziehungen zu anderen (ich sehe bei allen anderen Probleme). Die Freundlichkeit Gottes kommt immer zuerst – ohne sie hätte ich niemals wirklich Buße getan, denn sie führt mich zur Buße (Römer 2:4).

Ich möchte mein Denken in Bezug auf Gott ändern. Er ist tatsächlich ein freundlicher Gott. Er hat auch andere Seiten, aber die stehen in einer wirklichen Vater-Sohn Beziehung nicht an erster Stelle – wenn ich durch Christus mit Gott versöhnt bin und ein Kind des Vaters geworden bin, dann steht seine Freundlichkeit mir gegenüber an erster Stelle.

Ich muss zuallererst einer Person begegnen, diese Person ist total freundlich zu mir – wenn das nicht passiert ist, dann fehlt in meiner Beziehung etwas und mein Wachstum wird verhindert!

Johannes sagt ziemlich deutlich, wovon die Liebe Gottes zu mir abhängt:

“Denn darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühneopfer für unsere Sünden” (1.Joh 4:10)

Die Liebe Gottes steht und fällt mit dem Sühneopfer Jesu am Kreuz. Ist Jesus für unsere Sünden gestorben? Dann liebt Gott uns. Zeige mir Person, für die Jesus nicht gestorben ist und dann kannst du über diese Person sagen, dass Gott sie nicht liebt. Ist Jesus für dich gestorben? Dann liebt er dich und seine Liebe steht damit ein für allemal fest. Du kannst nichts dafür tun, dass Gott dich weniger liebt und du kannst auch nix dafür tun, dass Gott dich mehr liebt. Es hängt nicht von dir ab, sondern nur von dem, was Jesus getan hat. Gott hat uns zuerst geliebt, als wir noch Sünder waren und er liebt uns jetzt, wo wir seinen Geist haben, noch viel mehr. Egal ob du die Bibel liest, betest, zu frommen Veranstaltungen gehst, Buße tust oder nicht, egal ob du sehr gfromm und ordentlich lebst oder ob du ein totaler Versager bist. Es hängt einfach nicht von dir ab und du darfst immer als geliebtes Kind zum Vater kommen – Durch den Tod Jesu bist du bei Gott angekommen und musst dich nicht mehr dafür abmühen. Wenn du merkst, dass dies tatsächlich die unabänderliche Wahrheit des Wortes Gottes ist, dann kannst du auch als totaler Versager zu ihm kommen und immer noch sein Kind sein.

Das ist eigentlich nicht neu, aber was bedeutet das für meinen Umgang mit anderen Menschen? Wenn der Vater mich so bedingungslos liebt (meinerseits, die Bedingung ist ja der Tod Jesu), dann will ich die anderen Menschen auch unabhängig von dem was sie tun lieben. Ich möchte jeden Menschen lieben, ich möchte Liebe werden für jeden Menschen, selbst für die verführten, ungeistlichen, seelischen und sogar für die, die voller Dämonen sind. Und ich begegne ihnen nicht mit “oh, du brauchst Befreiung!” oder “Du musst aber Buße tun!”, sondern ich begegne ihnen mit der Güte und Freundlichkeit Gottes, die alles glaubt und das Beste hofft!

Jesus ist so viel größer als unsere Sünde und unsere Schlechtigkeit! Ich habe selber erlebt, wie die Gegenwart Gottes sich in einem Raum mit einem Haufen Nichtchristen manifestiert, und diesen das Herz erweicht und sie sogar zum Weinen bringt. Keiner von diesen Nichtchristen hatte vorher Buße getan oder irgendwie christlich gelebt. Ich war zuerst verwirrt, weil ich dachte, die müssen doch erst Buße tun, bevor Gott sie mit seiner Gegenwart, seiner spürbaren Anwesenheit belohnt und ihnen begegnet. Aber ich lag falsch. Denn es steht geschrieben:

“Oder verachtest du den Reichtum seiner Freundlichkeit, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich die Freundlichkeit Gottes zur Buße leitet? (Römer 2:4)

Wenn ich denke, jemand “muss erst etwas tun“, bevor er etwas von Gott bekommt, dann “verachte ich den Reichtum seiner Freundlichkeit“. Dann verachte ich das Werk Jesu am Kreuz, dass ein für allemal alles vollbracht hat. Gottes Freundlichkeit kommt zuerst, und zwar so, dass ich total überwältigt davon bin und danach Buße tun möchte. Ich tue nicht Buße, weil ich muss, sondern weil ich von der Liebe Gottes überwältigt bin! Die Güte und Freundlichkeit Gottes leitet mich zur Buße! Nichts sonst! Alles andere ist Religion.

Im alten Bund haben die Menschen sich gereinigt, um in die Gegenwart Gottes kommen zu können. Im neuen Bund hat Jesus uns den Zugang durch seinen Tod am Kreuz erwirkt. Ich möchte mich jetzt nicht “reinigen” um Zugang zum Vater zu haben, sondern weil ich Zugang zum Vater habe, möchte ich rein sein, wie er rein ist (1. Joh 3:3).

“Weil wir diese Verheissungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht” (2. Kor 7:1)

Die Verheissungen habe ich bereits, ich vollbringe die Reinigung nicht, um die Verheissungen zu erlangen. Was sind diese “Verheissungen”? Das wird ein Vers vorher erklärt:

“Ich will euch ein Vater sein und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige” (2. Kor 6:18)

Weil ich Zugang zum Vater habe und weil ich sein Kind bin, will ich mich reinigen. Ich reinige mich nicht, um ein Kind zu werden oder um Zugang zu bekommen. Ich reinige mich nicht, damit ich Frieden mit Gott habe – wenn das mein Grund ist, dann habe ich das Erlösungswerk Jesu nicht wirklich verstanden: Es ist vollbracht!

Wenn eure Kommentare zu lang sind, dann lese ich sie erst gar nicht, sie werden einfach so gelöscht. Ich habe keine Zeit so lange im Internet herumzuhängen und “Predigtkommentare” zu lesen.

Wenn ihr wollt, dass ich eure Kommentare lese, dann fasst euch bitte kurz und bringt euer Anliegen in 5-6 Zeilen zu Wort. Dass könnt ihr jetzt doof finden, aber ihr könnt es nun mal nicht ändern…

Here is Lewis writing to his friend Arthur, amazingly within a year after his conversion:

During my afternoon “meditations,”—which I at least attempt quite regularly now—I have found out ludicrous and terrible things about my own character. Sitting by, watching the rising thoughts to break their necks as they pop up, one learns to know the sort of thoughts that do come.

And, will you believe it, one out of every three is the thought of self-admiration: when everything else fails, having had its neck broken, up comes the thought “what an admirable fellow I am to have broken their necks!” I catch myself posturing before the mirror, so to speak, all day long. I pretend I am carefully thinking out what to say to the next pupil (for his good, of course) and then suddenly realize I am really thinking how frightfully clever I’m going to be and how he will admire me…

And then when you force yourself to stop it, you admire yourself for doing that. It is like fighting the hydra… There seems to be no end to it. Depth under depths of self-love and self-admiration. (quoted in The Narnian by Alan Jacobs, 133)

(found in Dr. Lalith Mendis recent article about Self-Love)

“Die meisten von uns denken beim Beten an den Pfannkuchen, der vorzubereiten ist. Während wir den Pfannkuchenteig rühren, denken wir, wie schön es sei, unsere Zeit im Gebet zu verbringen. Während wir noch mit dem einen sprechen, denken wir schon an das folgende Gespräch. Wir machen nie etwas gründlich. Man kann nur eins auf einmal gründlich machen.”

Richard Wurmbrand

Our decisions matter. Every decision against my old self, every denying self, every dying to myself, every “staying on the cross” brings us nearer to the “transfiguration” – into a mature son of god. Oswald Chambers explains it this way:

When holy character was fully matured in Our Lord, earth lost its hold on Him and He was transfigured. In all probability if Adam had transformed his innocence into holy character by obeying God‟s voice, transfiguration would have been the way out of this order of things, there would have been no death. The entering in of sin made that impossible. Adam was intended by God to partake in his own development by sacrificing the life of nature to the will of God, and in that way to transform innocence into holiness. Our Lord came on the same plane as Adam and He did all that Adam failed to do; He transformed innocence into holy character, and when He had reached the full purpose of His Manhood He was transfigured.

Oswald Chambers, Bringing Sons Unto Glory

Jeder der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. (Joh. 8:34)

Das ist einfach: Wenn es Sünden gibt, die ich immer wieder tue, bin ich ein Knecht der Sünde und nicht ein Jünger Jesu. Ich bin gebunden und kann nicht tun, was ich will. Ich bin kein Sohn, sondern ein Knecht.

Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus, der Sohn bleibt ewig (Joh. 8:35)

Das steht wirklich in eurer Bibel. Ein Knecht ist jemand, der Sünde tut und so eine Person bleibt nicht ewig im Haus. Paulus sagt so etwas übrigens auch in Gal. 5:19-21.

Diesen Artikel als PDF herunterladen: Das AT ist für Heute und für Dich!

Nicht immer wörtlich, aber die dahinter liegende Wahrheiten sind ewig.
- Opfer im AT sind buchstäblich (Opfern eines Tieres) – Opfer im NT sind geistlich (z.B. das Opfer der Lippen)
- Die eigentliche geistliche Hauptbedeutung ist im AT immer angedeutet

„Herr, tue meine Lippen auf,
damit mein Mund dein Lob verkündige!“

(->geistliches Opfer des Lobes)

„Denn an Schlachtopfern hast du kein Wohlgefallen,
sonst wollte ich sie dir geben, Brandopfer gefallen dir nicht.“

(->Es geht Gott nicht um die buchstäblichen Opfer)

„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist;
Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz
wirst du o Gott, nicht verachten“ (Ps 51:17-19)

(->So ein „geopfertes“ Herz ist ein geistliches Opfer)

Viele Stellen in der Bibel haben „mehrdimensionale“ Bedeutungen
o 1. Dimension: wortwörtliche/historische Bedeutung
o 2. Dimension: prophetische Bedeutung für Israel/innerhalb des Bundes
o 3. Dimension: geistliche Bedeutung für das „geistliche Israel“ (Gemeinde)
o 4. Dimension: Eschatologische Bedeutung
o 5. Dimension: geistliche Bedeutung für den Einzelnen
o Meine Vermutung: Wir werden im Millennium ebenfalls die Bibel lesen, aber wiederum mit einer ganz anderen Perspektive, vielleicht sogar im Neuen Jerusalem (– reine Spekulation von mir)

Beispiele finden für diese Auslegungsmöglichkeiten finden wir vor allem im NT bei Paulus:
Hagar & Sarah (Galater 4:21-31)
- wortwörtliche Bedeutung: Zwei Frauen von Abraham
- prophetische Bedeutung („bildliche Sinn“ Gal 4:24) : Sinai und Zion – Zwei Berge
- geistliche Bedeutung: Christen sind Kinder von Hagar oder von Sara
- eschatologische Bedeutung: Nahostkonflikt…

Im NT steht klar und deutlich, dass das AT für die Gemeinde geschrieben wurde:
o 1. Kor 10:1-6 + 6 + 11
o 1. Petrus 1:10-12
o Hebr. 4:2
o Gal 3:7 + 29
o Röm 9:6-8
o 2. Tim 3:16
o Lk 24:26f – 44f
o Röm 15:4
o Mt 5:17-18
o Mt 11:13
o Hebr 10:7
o Ps 40:6-8
o 1. Kor 15:46f
o Hebr 8:5
o Hebr 9:23f

Auch im AT wurden Menschen nur aus Glauben gerettet.
Dies steht schwarz auf weiß im NT (Hebr.11, Röm 5). Der Hebräerbrief sagt sogar, dass sie auch das Evangelium gehört haben (Hebr 4:2) und umgekommen sind, weil sie dem Evangelium nicht geglaubt haben. Paulus schreibt, dass sie die gleichen geistlichen Erfahrungen wie wir gemacht haben ( 1. Korinther 10:1-5). Das Lamm war vor Grundlegung der Welt schon geschlachtet. Es ist ein „ewiges“ Opfer, welches in unserer Zeit auf Golgatha für alle sichtbar wurde, aber im Grunde zeitlos ist. Das Wort für „ewig“ bedeutet auch „Vergangenheit und Zukunft zugleich“ oder „außerhalb der Zeit“. Diese Wahrheit finden wir auch im Gottesnamen wieder – bei Gott gibt es nur Gegenwart. Das geschlachtete Lamm musste um der Menschen willen innerhalb der Zeit sichtbar werden, dies geschah auf Golgatha:

„Er war zuvor ersehen vor Grundlegung der Welt, aber wurde offenbar gemacht in den letzten Zeiten um euretwillen“ – 1. Petrus 1:20

Man darf auch Stellen aus dem AT auf sich persönlich anwenden (wenn der Heilige Geist dir diese Stellen lebendig macht, bzw. durch diese Stellen zu dir spricht). Ein sehr prominentes Beispiel dafür ist Georg Müller. Er hat sein gesamtes Glaubenswerk (seine Waisenhäuser), für das (in heutiger Währung) Millionen von Euro benötigen wurden, auf den einen Vers aus Psalm 81 gegründet:

„Tue deinen Mund weit auf, ich will ihn füllen“ – Psalm 81:12b

Er hat diesen Vers sogar aus dem (historischen) Kontext gerissen, denn im ersten Teil heißt es: „Ich bin der Herr, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten“ (Ps 81:12a).

Georg Müller hat diesen Vers im Glauben für sich persönlich so verstanden, dass Gott ihn mit Geld, Nahrung und allem, was er sonst noch braucht, versorgen will. Dieser Vers war seine Versicherung, dass es der Wille Gottes ist, dass er von Gott alles Geld, was nötig ist, bekommt. Es gibt heute nicht wenig Bibelausleger, die so eine Auslegung verbieten („dieser Vers gilt nur für Israel“). Gott war anscheinend anderer Meinung!

Der Heilige Geist ist der einzige göttliche Lehrer, den wir haben, er wird uns in alle Wahrheit leiten und nicht irgendwelche Auslegungsregeln. Petrus und Paulus halten sich in ihren Predigten im NT nicht an die gängigen Auslegungsregeln, die heute in vielen Bibelschulen gelehrt werden. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen, sagt Jesus. Wenn deine Bibelauslegung keine praktische Frucht in deinem Leben bringt, dann liest du die Bibel nicht richtig. Die Urgemeinde hatte nur das AT und sie hatten unglaubliche Frucht! Wir haben AT und NT und sollten noch größere Frucht haben!